Liechtenstein: Eine Goalie-Nation?

Als kleines Land verfügt Liechtenstein nur über eine geringe Anzahl an Profifussballern. Doch auf der Torhüterposition kann Nationaltrainer Rene Pauritsch gleich auf 3 Spieler zurückgreifen, welche ihre Brötchen mit Fussball verdienen.

Von den 23 Spielern im Aufgebot Liechtensteins für das Freundschaftsspiel gegen die Schweiz in Thun sind lediglich 9 Akteure Profis - unter anderem die 3 Goalies Peter Jehle, Cengiz Bicer und Benjamin Büchel. Alle 3 verbindet ein recht ungewöhnlicher Karriereverlauf.

  • Peter Jehle: Der «ewige» Goalie ist seit 1998 die Nummer 1 in Liechtenstein und absolvierte 108 Länderspiele. Als junger Spieler stand er bei GC unter Vertrag und verhinderte als «Penalty-Killer» den 1. NLA-Treffer von FCB-Legende Massimo Ceccaroni. Nach Engagements bei Boavista Porto und dem FC Tours kehrte der 33-Jährige 2009 in die Heimat zum FC Vaduz zurück.
  • Cengiz Bicer: Der 27-Jährige stand bisher in 10 Länderspielen zwischen den Pfosten. Seit 2008 verdient Bicer in der Türkei als Profi sein Geld. Er spielte für Samsunspor, Mersin Idmanyurdu und steht aktuell bei Göztepe Izmir (Aufsteiger in die zweithöchste Liga) unter Vertrag.
  • Benjamin Büchel: Der 8-fache Internationale ist einer, der die englischen Fussballplätze kennt. Vor gut 2 Jahren wechselte der 25-Jährige zum AFC Bournemouth und wurde in dieser Zeit gleich an 4 unterklassige Klubs auf der Insel ausgeliehen. Diesen Frühling realisierte er mit Bournemouth den überraschenden Aufstieg in die Premier League - zwar nur als Ersatzgoalie, aber immerhin. Momentan schaut sich Büchel nach einem neuen Klub um.

Hocherfreut über die grosse Goaliedichte in seinem Team zeigt sich Nationaltrainer Rene Pauritsch: «Es ist für uns ein Luxus, gleich 3 starke Torhüter im Kader zu haben.»

«  Alle 3 Goalies konnten schon zum Erfolg beitragen »

Rene Pauritsch

In der laufenden EM-Qualifikation musste der Österreicher denn auch schon auf seine beiden Ersatzkeeper zurückgreifen - mit Erfolg. Beim 1:0-Sieg in Moldawien stand Büchel im Tor. Bicer wurde beim 0:0 gegen Montenegro für den verletzten Jehle eingewechselt.

«  Jehle ist ein Vorbild für viele Junge »

Rene Pauritsch

Doch steht ein Land mit gerade mal 37'000 Einwohnern ausgerechnet auf der Torhüter-Position am besten da? Goalietrainer Dietmar Kupnik sieht hier die Kleinheit des Landes als grossen Vorteil: «Bei uns kriegen die Jungen viel Vertrauen und Zeit, sich weiterzuentwickeln. Das ist gerade für Goalies sehr wichtig.»

Für Pauritsch spielt auch Jehle diesbezüglich eine wichtige Rolle: «Peter ist mit seiner Karriere ein Vorbild für viele Junge». Trotz der herausragenden Position seiner Nummer 1 will der Nationaltrainer auch weiterhin allen Torhütern zu Spielpraxis verhelfen. Gut möglich, dass dies auch im Test gegen die Schweiz der Fall sein wird.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 18:45 Uhr, 09.06.2015

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Die Schweiz bekundet beim letzten Aufeinandertreffen Mühe

3:47 min, vom 10.8.2011

TV-Hinweis

Die Partie zwischen der Schweiz und Liechtenstein können Sie heute ab 20 Uhr auf SRF zwei und hier im Livestream mitverfolgen.