Zum Inhalt springen

Nationalmannschaft Nati: Mental noch nicht weit genug

Die Schweiz hat in Portugal ihr Potenzial nicht ausgeschöpft und muss nun in die Barrage. SRF-Experte Alain Sutter über das neuerliche Scheitern in einem entscheidenden Spiel.

Legende: Video Die Negativserie der Nati an Tag X abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Vom 11.10.2017.

Nach 9 Siegen in ebensovielen WM-Qualifikationsspielen hatte die Schweizer Nationalmannschaft vor der «Finalissima» in Portugal schon von Russland geträumt.

Doch beim 0:2 im Estadio da Luz wurde die Mannschaft von Vladimir Petkovic auf den Boden der Realität zurückgeholt. Diese heisst Barrage im November statt direktes Ticket für die WM 2018 in Russland.

Alain Sutter
Legende: SRF-Experte Alain Sutter analysiert die Leistungen der Nati. SRF

Fussballerisch stark

SRF-Fussballexperte Alain Sutter zeigt sich auch am Tag nach der Niederlage in Lissabon überrascht davon, dass die Stilsicherheit bei der Nati plötzlich weg war. Er habe das Gefühl gehabt, dass die Schweiz «bezüglich mentaler Stabilität schon ein bisschen weiter ist, denn fussballerisch hat sie es drauf», so Sutters Urteil.

Er schliesst aus der Niederlage, dass die Schweiz mehr Erfahrung in entscheidenden Spielen brauche. Doch diese hat sie bereits gesammelt:

  • WM 2014 in Brasilien: Im Achtelfinal gegen Argentinien schiesst Angel Di Maria die Nati mit dem 1:0 in der Verlängerung ins Elend
  • EM 2016 in Frankreich: Im Achtelfinal gegen Polen dominiert die Schweiz lang, muss sich am Ende aber im Penaltyschiessen geschlagen geben

Wieso man diese Achtelfinals nicht mit der Partie in Portugal vergleichen kann und wie Sutter der Barrage entgegensieht, erfahren Sie im Video.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.10.17, 20:10 Uhr

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Dennis Gutknecht (HoppSchwiiz)
    Die Videoszenen sind solche Momente, wo man eigentlich einfach das Ding durchziehen muss... und das bei der 4. besten Mannschaft der Welt?!?! Herrgottsterneföifi!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Wie war das noch gleich mit der WM in Brasilien? Skandale auf den Baustellen der grossen Arenen, wegen denen viele Arme Leute enteignet und vertrieben wurden. Arenen, die heute nicht mehr benutzt werden und verwahrlosen. Und nun gehts zu den Russen, mit denen viele im politischen Clinch stehn. Ich wünsch der Nati, (und der Nation) dass sie den Einzug verpassen, und wir uns an diesem Anlass nicht beteiligen müssen. Das System 'Brot und Spiele' sollte mal gründlichst hinterfragt werden...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fabio Krauss (FabioK)
    In unserer Nati von 1994 gab es kaum Legionäre - niemand spielte in einer grossen Clubmannschaft. Dennoch war unser damaliges Team nicht nur spielerisch stark, sondern v.a. mental extrem gefestigt. Diverse schwierige Spiele konnten erfolgreich gestaltet werden, da es Leader im Team gab, die im entscheidenden Moment vorangingen und sich gegen eine Niederlage aufbäumten. Aber eben - dafür braucht es auch gewisse kognitive Fähigkeiten. Wenn ich mir heute Interviews einiger Spieler anhöre: Oje!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Herr Krauss, das waren andere Zeiten. Früher spielten die Spanier fast ausschliesslich in Spanien, heute ist der Internationale Markt voll von Spanischen Spieler. Ich muss sagen da sieht einer die Vergangenheit auch durch Rosarote Brillen! In den USA hatten wir ein gutes Spiel, gegen Kolumbien und Spanien gingen wir Sang und Klanglos unter!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Fabio Krauss (FabioK)
      @Röthemund: Es spricht umso mehr für die damalige Schweizer Nati, dass kaum Legionäre im Team waren, die sich jedes Wochenende auf Top-Niveau messen konnten. Das damalige Team hatte Persönlichkeiten und Kämpfer im Team! Das heutige Team hat sich gegen Portugal nicht einmal gewehrt (hätte mich am liebsten selbst eingewechselt!). Dem heutigem Team fehlen schlaue Köpfe, die wissen, wann sie wie reagieren müssen, um das Team mitzureissen. Wer hat sich mit Herzblut gegen die Niederlage gewehrt?!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von René Ruf (RenéR)
      @Fabio Krauss Bei der WM 1994 waren durchaus Legionäre im CH-Team, Sforza, Sutter, Knup, Chapuisat. Mindestens so viele spielten zuvor oder danach auch im Ausland. Gegen Portugal kam vor allem in der 2.Hälfte zu wenig Gegenwehr. Aber das heutige Team besitze keinen Reisser, dies trifft keineswegs zu. Vergessen sie Valon Behrami oder sind sie von seinen Qualitäten nicht überzeugt?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Fabio Krauss (FabioK)
      @Ruf: Ich gebe Ihnen recht - es gab damals ein paar wenige (!) Legionäre. Diese spielten aber bei eher kleinen Clubs (Wechsel zu Dortmund, Bayern etc. kamen erst später!). Heute: Berahmi ist ein Leader, der über den Kampf ein Signal geben kann. Wenn Behrami fehlt, besteht aber offenbar ein Problem. Wer führt das Team mit Worten? Wer reisst die Zügel an sich? Wer stemmt sich gegen eine Niederlage und reisst andere durch sein Vorbild mit? Wer kämpft bis zur 95. Minute?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen