Nati-Neulinge Steffen und Zuffi zwischen Nervosität und Stolz

Beim Nati-Zusammenzug am Montag in Feusisberg war der Fokus vor allem auf zwei Neuankömmlinge gerichtet. Luca Zuffi und Renato Steffen durften sich erstmals in den Nationalfarben einkleiden.

«Ich war schon ein wenig nervös, als ich hier angekommen bin», gab Renato Steffen offen zu. Zusammen mit Basels Luca Zuffi stand der YB-Flügelflitzer in Feusisberg unter spezieller Beobachtung. Beide folgten erstmals einem Aufgebot der A-Nationalmannschaft und betraten so trotz vieler bekannter Gesichter Neuland.

Zuffi auf den Spuren seines Vaters

Sowohl Steffen als auch Zuffi erfüllte der Ruf von Coach Vladimir Petkovic mit viel Stolz. Während Steffen von einem «ganz speziellen Tag» sprach, drückte Zuffi seine grosse Dankbarkeit aus, «die Chance bekommen zu haben, mich hier zu zeigen».

«  Sie haben in ihren Klubs schon länger gute Leistungen gezeigt.  »

Vladimir Petkovic
über Zuffi und Steffen

Beim Basler Spielgestalter Zuffi sorgte die Nominierung auch im Elternhaus für viel Freude. Denn bei den Zuffis haben Nati-Einsätze Tradition. Lucas Vater Dario streifte sich insgesamt 19 Mal das rot-weisse Trikot über. «Er hat mir gesagt: ‹Mal schauen, ob du diese Marke erreichen kannst›», so Luca Zuffi amüsiert.

Nati-Luft schnuppern

Bei aller Freude sind sich Zuffi und Steffen jedoch bewusst, dass sie als Neulinge nun nicht sofort mit Einsätzen rechnen können. «Ich habe noch keine Ansprüche. Ich will gut trainieren und dann schaue ich, was möglich ist», so Steffen zurückhaltend. Auch Zuffi will sich zuerst einmal mit guten Trainingsleistungen aufdrängen. «Ich darf mir nicht zu viele Gedanken machen», meint er.

Trainer Petkovic strich hervor, dass beide Neuankömmlinge ihr Aufgebot redlich verdient hätten. «Sie haben in ihren Klubs schon länger gute Leistungen gezeigt». Auch der Tessiner machte aber klar, dass es für Zuffi und Steffen nun vordergründig darum ginge, Kontakte zu knüpfen und Luft im Nationalteam zu schnuppern.

2 personelle Fragezeichen für Petkovic

Vor den 2 entscheidenden Spielen in der EURO-Quali gegen San Marino (9.10.) und Estland (12.10.) hat Trainer Vladimir Petkovic laut eigener Aussage bereits 9 von 11 Spielern für die Startaufstellung im Kopf. 2 personelle Entscheide hat er aber noch zu fällen. Zum einen auf der Goalieposition, zum anderen auf der rechten Abwehrseite.

Mit Yann Sommer ist die designierte Nummer 1 im Nati-Tor nach ihrem Nasenbeinbruch weiter fraglich. Die kommenden Tage trainiert Sommer mit einer Karbonmaske. Er selber solle entscheiden, ob er mit dieser spielen könne, sagt Petkovic. BVB-Hüter Roman Bürki stünde jedenfalls bereit.

Um den Platz auf der rechten Aussenbahn, der durch die Abwesenheit von Stephan Lichtsteiner vakant geworden ist, streiten sich Basels Michael Lang und Silvan Widmer von Udinese Calcio.
Video «Fussball: Nati, Petkovic zu den Neulingen Zuffi und Steffen» abspielen

Petkovic: «Sie haben das Aufgebot verdient»

1:45 min, vom 5.10.2015

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 05.10.2015, 18:45 Uhr.