Neue Chance für Seferovic

Haris Seferovic hat nach seinem Wechsel in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt viel Selbstvertrauen getankt. Nach einem schwierigen Jahr in Spanien ist der 22-Jährige wieder bereit für grosse Aufgaben im Klub und in der Nationalmannschaft.

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Haris Seferovic im Interview

1:20 min, vom 6.9.2014

Nur gerade mal 15 Minuten dauerte es am ersten Bundesliga-Spieltag, bis Haris Seferovic bei seinem neuen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt ein erstes Ausrufezeichen setzen konnte. Mit seinem Tor sicherte er Frankfurt beim 1:0-Erfolg gegen den SC Freiburg gleich den ersten Sieg. Ein Einstand nach Mass für den 22-Jährigen.

Neu gewonnene Zuversicht

Obwohl die neue Bundesliga-Saison erst 2 Spieltage alt ist, sieht man schon jetzt, dass Seferovic der Wechsel zu den «Hessen» gut getan hat. In beiden Partien spielte der Schweizer von Beginn weg und blieb jeweils während der gesamten 90 Minuten auf dem Platz. «Es läuft momentan gut für mich, ich bin auf dem richtigen Weg. Ich muss nur so weitermachen», bilanziert Seferovic seinen Bundesliga-Einstand.

Leidenszeit in Spanien

In seinem Jahr beim Primera-Division-Klub Real Sociedad war diese Zuversicht über weite Strecken nicht vorhanden. Trotz insgesamt 39 Einsätzen für San Sebastian (4 Tore) wurde Seferovic im Norden Spaniens nie wirklich glücklich. Nach furiosem Start mit einem Traumtor in der Champions-League-Quali gegen Olympique Lyon musste sich der Schweizer immer mehr mit der Reservistenrolle abgeben.

Chance in Frankfurt

Spätestens seit der U17-WM ist es kein Geheimnis, das Seferovic mit grossem Talent gesegnet ist. Gute Technik, Spielverständnis und Torinstinkt zeichnen den 1.85 m grossen Stürmer aus. Bisher mangelt es ihm einzig an genügend Spielpraxis. Der Wechsel nach Deutschland soll diese Lücke schliessen: «Ich habe einen Verein gesucht, wo ich nicht viele Konkurrenten habe. In Frankfurt habe ich gute Chancen auf einen Stammplatz», sagt der in Sursee aufgewachsene Seferovic selbstbewusst. Mit Thomas Schaaf habe er zudem einen Trainer, der ihm viel Vertrauen entgegen bringe.

Einsatz von Beginn gegen England?

Wer am Montag im EM-Quali-Spiel gegen England im Sturm der Schweiz auflaufen wird, hat Nati-Trainer Vladimir Petkovic noch nicht abschliessend entschieden. Im Training durchmischte der Neocoach die Positionen und probierte verschiedene Varianten aus.

Ob Seferovic den Vorzug gegenüber Josip Drmic erhält, ist daher noch unklar. Möglich ist es aber sehr wohl, denn Drmic steht in Leverkusen stark im Schatten von Stürmerkollege Stefan Kiessling und hat es in dieser Saison erst auf 50 Einsatzminuten gebracht. «Wir werden am Montag sehen, wer spielt», äussert sich Seferovic zur Stürmerfrage diplomatisch.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 05.09.2014 22:20 Uhr