Petkovic: «Das Glas ist halbvoll»

Vladimir Petkovic hat in seinem zweiten Zusammenzug mit dem Nationalteam viel Positives gesehen. Keinen Gefallen fand er an der mangelhaften Torausbeute und der teils negativen Berichterstattung. Für die Weiterentwicklung wünscht er sich mehr Spielpraxis für einzelne Akteure.

Nach einem zwiespältigen Eindruck, scheiden sich oft die Geister. Nicht selten wird darüber philosophiert, ob das Glas denn nun halbvoll oder halbleer sei. Vieles ist eben relativ und Ansichtssache.

Befragt zu seinen Eindrücken nach den ersten drei Auftritten der Schweizer Fussballer in der Qualifikation zur EURO 2016 muss Nationalcoach Vladimir Petkovic nicht lange überlegen. «Das Glas ist halbvoll», bilanziert der 51-Jährige bei der Team-Rückkehr aus San Marino am Flughafen Zürich.

Das Bild wird klarer

Aus mathematischer Logik kann er sein Urteil nicht belegen. Denn von 9 möglichen Punkten gegen England, Slowenien und San Marino spielte die Nati dank eines 4:0-Auswärtssieges am Dienstag gegen den krassen Aussenseiter der Gruppe erst 3 Punkte ein.

Vielmehr stützt sich Petkovic bei seiner Aussage auf die Leistung und Entwicklung. «Wir können Fussball spielen, haben Kampfwille bewiesen, und mit jedem Mal bekomme ich ein klareres Bild von der Mannschaft.» Natürlich lasse sich das Niveau immer ausbauen. «Aber ich habe bislang definitiv mehr Positives als Negatives gesehen», beteuert Petkovic.

Zu abschlussschwach, zu negativ

Zu verbessern gäbe es primär einen entscheidenden Punkt: die Chancenauswertung. «Wir verzeichneten in Slowenien 19 Schüsse aufs Tor, und in San Marino brauchten wir 21 Möglichkeiten für 4 Treffer», rechnete er vor. Kritik übte der Nationalcoach auch an der für seinen Geschmack zu negativen Berichterstattung in einzelnen Medien, aber die könne er nicht beeinflussen.

Dagegen führte er mangelhafte Kaltblütigkeit im Abschluss auf eine mentale Blockade zurück. Die wiederum habe viel damit zu tun, dass etwa Josip Drmic, Admir Mehmedi und Xherdan Shaqiri fehlende Spielpraxis beklagen. «Die Spieler müssen Minuten tanken. In gewissen Situationen macht sich bemerkbar, dass ihnen die eine oder andere halbe Stunde fehlt, um den Druck 90 Minuten lang aufrecht zu halten»

Erfreut zeigte sich Petkovic derweil über den Konkurrenzkampf. «Die Partie in San Marino hat gezeigt, dass wir Alternativen haben.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 14.10.14 20:00 Uhr

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Rückblick auf San Marino - Schweiz

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