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Nationalmannschaft San Marino: Stolz und Wille kompensieren fehlende Erfolge

Mit San Marino trifft die Schweiz in der EM-Quali am Dienstag (20:00 Uhr live auf SRF zwei) auf eine Mannschaft, die in 24 Jahren nur einen einzigen Sieg feiern konnte. Trotz der Erfolgslosigkeit beeindruckt die Amateur-Truppe aus der kleinsten Republik der Welt mit ihrer Einstellung.

Legende: Video Ausblick auf San Marino - Schweiz abspielen. Laufzeit 4:44 Minuten.
Aus sportpanorama vom 12.10.2014.

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie die Partie zwischen San Marino und der Schweiz am Dienstag ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei oder hier auf srf.ch/sport.

0 Punkte nach 2 Spielen in der aktuellen EM-Quali. Diese unrühmliche Bilanz teilt San Marino mit der Schweiz. Was für die Schweizer Nati jedoch einen ersten Rückschlag bedeutet, ist in der kleinsten Republik der Welt Normalität. Denn das Kader der san-marinesischen Landesauswahl besteht vollends aus Amateuren.

Keine Profis im Kader

Einer von ihnen ist Fabio Vitaioli. Der 29-jährige Nationalspieler des 30'000-Einwohner-Staates betreibt mit seinem Bruder ein kleines Modegeschäft. Vom Fussball leben zu können, wird für ihn immer ein Traum bleiben. Die Nachteile des Amateur-Daseins kennt Vitaioli nur zu gut: «Wenn man kein Profi ist, bedeutet das nicht 5-mal in der Woche zu trainieren sondern nur 2- oder 3-mal. Und wenn wir trainieren, tun wir das nach 8 oder 9 Stunden Arbeit.»

Keine Exploits in 24 Jahren

Die Resultate von San Marino in den europäischen Wettbewerben unterstreichen die Aussagen von Vitaioli. Seit dem ersten offiziellen Länderspiel 1990 - es ging mit 4:0 an die Schweiz - konnte die Republik nahe der Adria-Küste nur ein einziges Spiel gewinnen (2004: 1:0-Sieg gegen Liechtenstein).

Die Qualifikationen für WM- oder EM-Endrunden beendete man stets auf dem letzten Platz. Nach der WM-Quali für Brasilien 2012/2013 stand ein Torverhältnis von 1:54 zu Buche. Der einzige Treffer gelang den San-Marinesen bei der 1:5-Niederlage gegen Polen.

Legende: Video Das schnellste Tor der Länderspielgeschichte abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Vom 14.10.2014.

Exploits von San Marino sind somit eher rar - für einen (positiven) Rekord hat man aber gesorgt. 1993 gelang Davide Gualtieri das schnellste Tor der Länderspielgeschichte. Beim 1:7 gegen England traf er bereits nach 8,3 Sekunden.

In der aktuellen EM-Quali-Kampagne hat die Nummer 208 der Weltrangliste (letzter Platz) noch keine Stricke zerrissen. Auf ein 0:2 zuhause gegen Litauen im Startspiel folgte eine 0:5-Kanterniederlage im Wembley gegen England.

Grosser Nationalstolz und eindrücklicher Wille

Auch wenn bei San Marino die spielerische Klasse zweifelsohne fehlt, beeindruckt die Amateur-Truppe mit der Einstellung und dem Willen. Denn trotz etlicher Rückschläge und negativer Statistiken stecken die San-Marinesen nicht auf. Stattdessen geniessen sie jedes Länderspiel und freuen sich über die Chance, sich mit den Besten im Fussball-Zirkus messen zu können. «Auch wenn ich Fussball nicht als Profi spielen kann, ist er mein Lebensmittelpunkt», sagt Torhüter Aldo Simoncini stellvertretend und fügt an: «Ich bin stolz, dass ich für San Marino spielen darf».

Sendebezug: SRF zwei, «sportpanorama», 12.10.14, 18:10 Uhr

10 Kommentare

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  • Kommentar von Viktor Krummenacher, Bottmingen
    Ein Lob den San-MarinesInne. Sie spielen noch immer, obwohl sie stets verlieren und freuen sich trotzdem daran. Wir ehren die, die versuchen dem andern Menschen bspw den Ball so perfide wie nur möglich zu zu spielen. Bezahlen ihnen dafür Millionen und Abermillionen plus die Heilungskosten oder gar Invaliditätskosten dazu. Eine der Verirrungen unserer Zeit. Sport hat eigentlich mit Erholung, Vergnügen und Gesundung zu tun. Gibts nochVorstellungen, wo derart viel Geld eingesetzt werden könnte?
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Und unsere Schweizer Millionäre werden noch jubeln, wenn sie gegen die Amateure in San Marino gewinnen sollten. Wobei ich eigentlich Freude hätte, wenn die San Marinesen gewinnen würden.....
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    1. Antwort von Matthias Schönenberger, Binningen
      Und wieso sollten sie nicht jubeln? Sieg ist Sieg. 3 Punkte sind 3 Punkte. Egal gegen wen. Und ausserdem: Nicht jubeln ist einfach nur arrogant.
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    2. Antwort von Hans Koller, Basel
      Das ist leider die Verlierer Mentalität. Lieber über peinliche Niederlagen freuen als die Mannschaft zu unterstützen. So bleibt man "born to lose", auch privat.
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  • Kommentar von Yanick Z., Thun
    Unsere Nationalspieler sollten sich ein Vorbild an diesen Spielern nehmen... Die sind wenigstens mit Herzblut dabei!
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    1. Antwort von T. Ceskutti, Kloten
      @Yanick : Sehr schöner Kommentar !!! In San Marino muss jeder Nationalspieler noch arbeiten für seinen Lebensunterhalt. In besser klassierten Nationen ist das natürlich schon längst nicht mehr nötig. Aber da ist es für jeden Spieler eine Ehre das Nati-Trikot zu tragen. z.B. Benaglio hat sich eindeutig fürs Geld und gegen die Ehre entschieden. Das enttäuscht mich sehr. Alex Frei und Marco Streller haben bereits den ersten Nachfolger gefunden.
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