Schwegler steht Petkovic nicht mehr zur Verfügung

Pirmin Schwegler will in Zukunft nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft spielen. Als Grund nannte der Hoffenheim-Profi die wiederholte Nichtberücksichtigung durch Nati-Trainer Vladimir Petkovic.

Pirmin Schwegler.

Bildlegende: Zieht Konsequenzen Pirmin Schwegler. Keystone

Petkovic habe gesagt, dass jeder Spieler eine faire Chance bekomme. «Ich habe sie nicht bekommen. Darum stehe ich ab sofort nicht mehr zur Verfügung», erklärte Schwegler gegenüber dem Blick. «Ich habe immer auf die Nati hingearbeitet. Ich bin immer wieder enttäuscht worden.»

Schwegler, der bei Hoffenheim in dieser Saison 22 Bundesligaspiele absolviert hat (ein Tor), kann das Vorgehen von Petkovic nicht nachvollziehen. «Mir war klar, dass Gökhan Inler, Valon Behrami und Granit Xhaka aufgrund ihrer Leistung vor mir stehen. Aber dass gleich sieben zentrale Mittelfeldspieler vor mir sind, verstehe ich nicht», so der 14-fache Nationalspieler.

Da er nicht an ein baldiges Ende von Petkovics Amtszeit glaubt, sei eine Rückkehr unwahrscheinlich: «Ich gehe davon aus, dass er länger im Amt ist. Wenn ich über 30 bin, ist es vielleicht besser, einem talentierten Spieler den Platz zu lassen. Ich weiss nicht, ob es einen Weg zurück gibt.»

Lichtsteiner: «Identifikationsfiguren sind wichtig»

Auch Stephan Lichtsteiner äusserte sich zur Personalpolitik von Petkovic. Für den Juve-Verteidiger ist nicht ganz nachvollziehbar, weshalb der Coach auf Schwegler, aber auch auf Tranquillo Barnetta verzichtet. «Das soll keine Kritik sein, der Trainer ist der Chef, er entscheidet, was passiert, und da habe ich mich auch gar nicht einzumischen», sagte Lichtsteiner gegenüber 20 Minuten. Er hatte aber erwartet, «dass es für Barnetta und Schwegler im Aufgebot trotzdem Platz hat».

Laut Lichtsteiner seien für die Schweiz eben solche Identifikationsfiguren wichtig. «Mir geht es nicht um ‹richtige Schweizer› und die ‹anderen Schweizer›, sondern darum, dass sich das Volk weiterhin mit dem Nationalteam identifizieren kann. Es ist ein heikles Thema, das weiss ich. Es ist aber auch ein Thema, vor dem wir uns nicht verschliessen dürfen», sagte er in der Basler Zeitung.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbuelltin, 25.03.2015, 18:45 Uhr