Scolari: Der Vater des brasilianischen Erfolges

Unter Luiz Felipe Scolari hat die brasilianische Nationalmannschaft zum Erfolg zurückgefunden. Der erfahrene Weltmeister-Trainer von 2002 gilt mit seiner Philosophie als grosser Hoffnungsträger der Brasilianer für die Heim-WM 2014.

Luiz Felipe Scolari und Barcelona-Neuzugang Neymar.

Bildlegende: Der Erfolgstrainer und sein grosser Star Luiz Felipe Scolari und Barcelona-Neuzugang Neymar. Keystone

Unter Luiz Felipe Scolari hat Brasilien 2002 den letzten von bisher fünf WM-Titeln gewonnen. Nicht nur, weil der 64-Jährige weiss, wie man die «Seleçao» zum Triumph führt, sind die Hoffnungen beim Gastgeber der WM 2014 auf Titel Nummer 6 gross. Vielmehr noch scheint Scolari mit seiner Philosophie der einzig richtige Trainer zu sein, der dem Starensemble wieder zum grossen Erfolg verhelfen kann.

Defensive Disziplin entscheidend

Dabei baut er weniger auf eine ausgefeilte Taktik als vielmehr auf defensive Disziplin und Teamgeist. So setzt er in der Verteidigung und im defensiven Mittelfeld auf Spieler, die bei diversen Top-Klubs europäisch geprägten Fussball praktizieren. Nur mit dieser Basis haben die offensiven Ballzauberer um Superstar Neymar überhaupt die Möglichkeit, für offensives Spektakel zu sorgen.

Erste Früchte hat die Arbeit von Scolari beim Confederations Cup getragen. Mit begeisternden und gleichzeitig disziplinierten Auftritten sicherte sich Brasilien den Titel. Besonders beeindruckend fiel dabei der 3:0-Finalsieg gegen Welt- und Europameister Spanien aus.

Die «Familia Scolari» als Erfolgsgeheimnis

Die ganz grosse Stärke Scolaris ist aber seine Fähigkeit, ein Team zu motivieren. So wurde die «Seleçao» bei der WM 2002 in den Medien oft als «Familia Scolari» betitelt. Zu diesem Zusammengehörigkeitsgefühl passt die Aussage des Trainers, die er im Hinblick auf die Heim-WM gemacht hat: «Wir haben einen Auftrag.»

Kaum Erfolge als Klub-Trainer

Dass Scolari familiäre Verhältnisse braucht, um seine Qualitäten als Coach voll zum Tragen zu bringen, zeigt auch ein Blick auf sein Palmarès. Während er auf Nationalmannschafts-Stufe auch mit Portugal Erfolge feierte (EM-Final 2004, WM-Halbfinal 2006), blieben ihm grosse Titel als Klub-Trainer verwehrt. Nach seinem missglückten Engagement bei Chelsea verschwand er in den Niederungen des usbekischen Fussballs bei Bunyodkor Taschkent. Der stark vom Geld geprägte und schnelllebige Klub-Fussball scheint nicht zu Scolaris Philosophie zu passen.

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SRF-Kommentator Ruefer über Brasilien

2:03 min, vom 13.8.2013