Slowenien: Viel Routine und ein junger Kreativspieler

Was für ein Gegner erwartet die Nati beim EM-Qualifikationsspiel in Maribor? St. Gallens slowenischer Stürmer Dzengis Cavusevic kennt die Stärken des Teams von Srecko Katanec.

Kampl läuft an Djourou vorbei, der ihn zu tackeln versucht hat.

Bildlegende: Kevin Kampl Der Salzburg-Söldner ist einer der kreativsten Spieler im slowenischen Team. Keystone

Kaum jemand verfolgt hierzulande die slowenische Nationalmannschaft so intensiv wie Dzengis Cavusevic. Der Stürmer des FC St. Gallen debütierte 2012 für sein Heimatland, fiel unmittelbar danach aber mit zwei Kreuzbandrissen lange aus. Nun ist er zurück auf dem Platz und mit 4 Toren zusammen mit Albert Bunjaku bester Torschütze des FCSG.

«Die Nationalmannschaft ist ein Traum, doch momentan konzentriere ich mich ganz auf die Aufgabe beim Klub», gibt sich der 26-Jährige bescheiden. Gleichwohl verfolgt er jede Partie Sloweniens und weiss, was für eine Herausforderung am Donnerstag auf die Schweiz wartet.

Tor: Weltklasse-Goalie als sicherer Rückhalt

Mit Samir Handanovic ist der Goalie der eigentliche Star im Team. Die Nummer 1 von Inter Mailand zählt zu den besten Torhütern der Welt. Seine Rolle im Nationalteam geht aber über das Vereiteln von Torchancen heraus.

Cavusevic: «Handanovic ist die Leaderfigur. Dass er unter Trainer Srecko Katanec nicht mehr Captain ist, liegt einzig daran, dass Handanovic kein Feldspieler ist. In der Kabine ist er immer noch der wichtigste Spieler, neben Bostjan Cesar.»

Verteidigung: Erfahrung von fast 200 Länderspielen

Drei Defensivspieler der Slowenen verfügen zusammen über die Erfahrung von knapp 200 Länderspielen. Abwehrchef Cesar ist mit 77 Einsätzen nur 3 Spiele vom nationalen Rekord entfernt. Neben ihm können auch Brancko Ilic (67) oder Miso Brecko (53) auflaufen.

Cavusevic: «Mit der grossen Erfahrung darf defensiv viel Stabilität erwartet werden.»

Mittelfeld: Youngster von Salzburg

Etwas überraschend hat Katanec auf die Nominierung von Josip Ilicic verzichtet, der Trainer will «Spieler mit Hunger, nicht nur mit Ruhm». An Ilicics Stelle dürfte nun der erfahrene Valter Birsa die Fäden im Mittelfeld ziehen. Auffallendster Spieler des Teams ist aber ein junger: Kevin Kampl (23) sticht nicht nur durch seine Irokesen-Frisur heraus, der Salzburg-Flügel sorgt für Kreativität im Spiel.

Cavusevic: «Kampl ist einer der Spieler, der einem Spiel Impulse verleihen kann. Er ist aber noch jung, man sollte ihm nicht zu viel Druck aufbürden.»

Sturm: Goalgetter aus Japan

Milivoje Novakovic ist Sturmspitze und Goalgetter des Teams. Der langjährige Köln-Söldner ist mittlerweile 35 Jahre alt und schiesst seine Tore in der japanischen J-League.

Cavusevic: «Novakovic ist der Spieler, der eine Partie entscheiden kann, da spielt sein Alter keine Rolle. Um zu treffen, braucht er aber ein starkes Team im Rücken.»

Trainer: Erfolgscoach einer jungen Nation

Srecko Katanec, der als Spieler mit Jugoslawien an der EM 1984 und der WM 1990 teilgenommen hatte, führte Slowenien nach der Unabhängigkeit als Trainer zum Erfolg. 2000 und 2002 qualifizierte sich das Team unter ihm für EM und WM. Danach waltete Katanec als Klubtrainer, ehe er im Frühjahr 2013 zurückkehrte.

Cavusevic: «Katanec ist eine grosse Autorität. Auf dem Feld will er ein Team sehen, das die Zweikämpfe nicht scheut und defensiv kompakt steht.»

Die Schweiz muss sich in Maribor also auf einen gut organisierten, kampfstarken und defensiv stabilen Gegner einstellen. Gleichwohl hofft Cavusevic, dass seine Landsleute sich gegen den Favoriten nicht verstecken. «Wenn man gewinnen will, egal gegen welchen Gegner, muss man mutig antreten.»

Sendebezug: sportaktuell, SRF zwei, 08.10.2014, 22:20

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Vorschau auf Slowenien - Schweiz

2:14 min, aus sportaktuell vom 8.10.2014