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Nationalmannschaft Xhaka über brisanten Brief: «Verstehe die Aufregung nicht»

Mit einem auf Instagram veröffentlichten Brief hat der Schweizer Nati-Spieler Granit Xhaka für Wirbel gesorgt. Im Interview mit SRF relativiert er den Inhalt und moniert, dass er falsch übersetzt worden sei.

Legende: Video Xhaka: «Diesen Leuten kann ich nicht helfen» abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 30.08.2016.

Eine Woche vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation erhitzt Granit Xhaka die Gemüter. Wie Blick berichtet, schreibt der Mittelfeld-Regisseur in einem offenen Brief auf albanisch u.a. folgende Zeilen:

  • «In einer offiziellen Mitteilung der FIFA heisst es, dass alle Spieler, die bei der EM gespielt haben, nicht mehr berechtigt sind, für den Kosovo zu spielen, da dieser bekanntlich vor der EM in die FIFA aufgenommen wurde. Aus diesem Grund ist es unmöglich, meine Nationalmannschaft zu wechseln, auch weil die FIFA und der kosovarische Fussballverband die Spieler nicht über diese rechtliche Seite informiert haben.»
  • «Mein Wunsch war es, alles in die Wege zu leiten, um doch noch eine Möglichkeit zu haben, für den Kosovo aufzulaufen.»
  • «Mit dem Entscheid, weiterhin für die Schweizer Nati zu spielen, möchte ich dem Schweizer Volk, das mir stets Respekt und Dankbarkeit gezollt hat, etwas zurückgeben. Wenn ich sehe, dass 300'000 Albaner in der Schweiz leben, dann ist es eine Ehre für mich, diese Leute in der Schweizer Nati zu vertreten. Nichtsdestotrotz war es die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Ich wünsche dem Kosovo von Herzen alles Gute und drücke ihnen auf jeden Fall die Daumen!»
Ich weiss nicht, was die Leute für ein Problem mit mir haben.
Autor: Granit Xhaka

Xhaka kann die Aufregung nicht verstehen. «Klar habe ich den Brief geschrieben. Doch wenn man ihn genau liest und richtig auf Deutsch übersetzt, dann sehen die Leute, dass ich mehr als 90 Prozent positiv über die Schweiz geschrieben habe. Ich wollte einzig den albanischen Leuten, die im Kosovo und auf der ganzen Welt leben, erklären, weshalb ich mich für die Schweiz entschieden habe.»

Er sei immer wieder falsch verstanden worden, moniert Xhaka, leider lasse sich daran nichts ändern. «Ich weiss nicht, was die Leute für ein Problem mit mir haben.» So habe er schon vor der EM erklärt, für die Schweiz spielen zu wollen, meinte Xhaka weiter. Und daran habe sich auch nichts geändert.

Ich verstehe, dass er einen Befreiungsschlag versuchte.
Autor: Alexander MiescherSFV-Generalsekretär

Auf Seiten des Schweizerischen Fussballverbands wurde «grosses Verständnis» für Xhakas Vorgehen geäussert. Generalsekretär Alexander Miescher meinte: «Xhaka stand wegen der Kosovo-Frage unter grossem Druck. Ich verstehe, dass er einen Befreiungsschlag versuchte.»

Legende: Video Miescher: «Grosses Verständnis für Xhaka» abspielen. Laufzeit 3:22 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 30.08.2016.

http://talentet.eu/2016/08/30/leter-e-hapur-nga-granit-xhaka/, Link öffnet in einem neuen Fenster

Ein von Granit Xhaka (@granitxhaka) gepostetes Foto am

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 29.8.16, 22.20 Uhr

34 Kommentare

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  • Kommentar von Patricia Schirmer (Silvi)
    Vielleicht ist es aber so das Xhaka aus überzeugung für die Schweiz spielt. Da er aber genau weiss wie primitiv der Kosovo reagiert mit beleidigungen,beschimpfungen, Veräter usw. er zu Notlüge grif und sagte das ein Wechsel nicht mehr möglich ist. Es aber ein Traum wäre und und und.. Wenn man wüste... Auf das primitive Niveau sollten wir Schweizer uns aber nicht herablassen.
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  • Kommentar von Marc Achermann (marcolino75)
    An alle die, wo seinen stolz anzweifeln, man kann doch nicht verlangen, dass er für seine Gefühle und Verbundenheit mit seiner "Heimat" verurteilt wird. Zeugt doch von Charakter, dass er an beide Seite denkt. Respekt vor seiner Ehrlichkeit.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Schweizer Granit ;-) mit kosovarischen Wurzeln. Xhaka hat ein Mal mehr Grösse gezeigt. Er hätte gern für den Kosovo gespielt, kann es nicht und ist nimmt an, dass es ist wie es ist. Mit Grösse und Engagement. Für die Schweiz und 300'000 Albaner, die mit uns leben. Wo bitte, liegt das Problem? Märci Xhaka für Deinen Klartext und den wunderbaren Fussball. Vergleichbar mit Schweinsteiger: Immer max. Laufdistanzen, tolle Übersicht und eine Stütze für die Mannschaft.
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