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Schweizer WM-Gegner im Hoch Offensiv, kreativ, explosiv: Stojkovic hat Serbien neu erfunden

Die Schweiz ist für die WM bereits vorgewarnt: Mit Legende Dragan Stojkovic an der Seitenlinie sollen es die Serben zu Grossem bringen.

Serbiens Coach Dragan Stojkovic, genannt Piksi, klatscht seinem Team zu.
Legende: Der Heilsbringer in Serbien Coach Dragan Stojkovic, genannt Piksi. imago images/MN Press Photo

Nachdem Serbien zum fünften Mal in Folge die Europameisterschaft verpasst hatte und im Tal der Tränen war, wurde Dragan Stojkovic zu Hilfe gerufen. Nur drei Wochen vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel übernahm die Fussball-Legende das serbische Nationalteam.

«Das Ziel ist, Katar zu erreichen. Das ist das Einzige, das mir wichtig ist», sagte der neue Coach, der einst die jugoslawische Nationalmannschaft als Captain an die WM sowie in den EM-Viertelfinal geführt und mit Olympique Marseille die Champions League gewonnen hatte.

Der Trainer ist die geheime Zutat von Serbien, mit seiner Autorität und seinem Charme der alten Schule.

«Piksi», so sein bekannter Spitzname, wusste, dass mit Portugal eine hohe Hürde im Weg nach Katar stehen würden. Doch das war egal. Die Ankunft von Stojkovic veränderte Serbien. Seine Entschlossenheit, alles zu geben, weckte neuen Glauben im Team und im Land. Unter der Führung des schillerndsten serbischen Fussballers aller Zeiten, begann die Mannschaft sofort aufzublühen: Plötzlich spielten sie flüssigen, atemberaubenden Fussball. In gewisser Weise ergab das Sinn.

Auch Rückschläge bringen Serbien nicht aus der Ruhe

Als Serbien im letzten Qualifikationsspiel auswärts gegen Portugal antreten musste, war Stojkovic deutlich wie immer: «Man hat mir gesagt, dass wir die Playoffs schon erreicht haben – aber das ist mir egal. Ich will den ersten Platz in der Gruppe.» Auf dramatische Weise wurde genau das Tatsache. Aleksandar Mitrovic erzielte in der 90. Minute den Siegtreffer; und der Traum begann dort, in Lissabon. Sieben Monate später träumt Serbien immer noch.

Video
Archiv: Ekstase pur bei Serbien nach spätem Treffer
Aus Sport-Clip vom 14.11.2021.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 3 Sekunden.

Nun, in den vier Nations-League-Spielen der letzten Tage, haben die Serben zwar gegen Slowenien und Schweden gewonnen. Doch gegen Norwegen zogen sie eine Niederlage ein und brachten es im zweiten Duell mit Slowenien nur auf ein Remis. Trotzdem hat sich die Stimmung in der Mannschaft nicht verschlechtert. Wie macht Stojkovic das?

Die serbische Mannschaft ist an den Ideen von «Piksi» gewachsen. Seine 3-4-1-2- oder 3-4-2-1-Aufstellungen können an Wahnsinn grenzen, wenn er sechs oder sogar sieben offensiv ausgerichtete Spieler aufstellt. Aber das Selbstvertrauen, das er diesen Spielern gibt, macht die Unausgewogenheit wett. Serbien spielt derzeit einen fesselnden Fussball, mit knackigen Kombinationen und explosiver Kreativität. Und die Spieler haben eine Menge Spass auf dem Platz.

Nebojsa Markovic

Nebojsa Markovic

Serbischer Sport-Journalist

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Nebojsa Markovic ist ein serbischer Sportjournalist aus Belgrad. Aktuell schreibt er für das Newsportal Mondo.

Die offensive Qualität kommt von allen Seiten. Aleksandar Mitrovic schiesst immer noch mühelos Tore, Luka Jovic hat mit zwei Treffern seine Nützlichkeit unter Beweis gestellt und Dusan Vlahovic war verletzungsbedingt nicht einmal dabei. Dusan Tadic ist der «Maestro» und die beste Nummer 10, die Serbien seit Stojkovic hatte. Sergej Milinkovic-Savic kann im Mittelfeld alles, während Filip Kostic gerade zum Europa-League-Spieler der Saison gewählt wurde. Es gibt nicht viele Trainer, die diese Qualität besser vereinen könnten.

Selbst nachdem Serbien am vergangenen Sonntag eine 2:0-Führung gegen Slowenien innerhalb von nur fünf Minuten leichtfertig verspielte und damit markante Schwächen in der Defensive offenbarte, zweifelt niemand an Stojkovic. Der Trainer ist die geheime Zutat von Serbien, mit seiner Autorität und seinem Charme der alten Schule. Er ist der Grund dafür, dass die Serben ihr Team als um Längen besser ansehen als noch jenes in Russland 2018.

Video
Archiv: Serbien stolpert über Slowenien
Aus Sport-Clip vom 12.06.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 44 Sekunden.

Vielleicht hätte «Piksi» gerne zwei weitere Innenverteidiger von der Qualität von Nikola Milenkovics in den eigenen Reihen. Aber Stojkovics Einfallsreichtum hat die gegnerischen Spieler schon vor 30 Jahren verblüfft. Jetzt erwartet die ganze Nation, dass er für Brasilien, Kamerun und auch die Schweiz bei der Weltmeisterschaft neue Tricks findet.

SRF zwei, sportlive, 12.06.2022, 20:10 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Dennis Gutknecht  (Federer_IST_Gott)
    Fakt ist einfach Nations League Gegner = WM Gegner

    2mal absolute Klasse (Portugal, Spanien / Serbien Brasilien) und einmal Geheimfavorit-Qualitäten (Tschechien/Kamerun).

    Bin sowas von gespannt auf die WM, die zwar weniger Euphorie verbreiten wird aus bekannten Gründen, dafür genau gleich viel Spielfreude
  • Kommentar von Jürg Sturzenegger  (Jürg Sturzenegger)
    Bin gespannt wie die WM wird. Die Mannschaften sind nicht mehr wie früher (vor 20 Jahren) dass man sagen kann "ahh diese sind schwach" .. jede Mannschaft spielt heutzutage sehr gut! Auch die "kleineren" spielen einen guten Fussball. Serbien schlägt Portugal, Österreich unentschieden gegen das grosse Frankreich etc.. im jetzigen Fussball ist alles möglich.. wo waren die Dänen vor paar Jahren? heute sind diese sackstarch.. bin gespannt auf die WM!
  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Serbien ist für mich der Gruppenfavorit. Die Brasilianer werden sich an den bissigen Serben die Zähne ausbeissen und gegen die Schweiz auf Rache sinnen und dann ist da noch das spielstarke, aber unberechenbare Kamerun. Ich sehe im Moment nicht, wie sich die Schweiz für den Achtelfinal qualifizieren soll, lasse mich dann aber gerne überraschen. Was man jetzt schon sagen kann, dass ist sicher die Gruppe, in der eine Achtelfinalquali am schwierigsten ist.
    1. Antwort von Stefan Gisler  (GiJaBra)
      Oh Gebi, Serbien ist nicht Gruppenfavorit. Wenn du gegen Brasilien offensiv spielst läufst du ins Messer, da musst du zuerst einmal gut hinten stehen. Brasilien ist aktuell wohl das stärkste Team,kein Team verfügt über solch hohe Spielerqualotät, selbst die Torhüter sind aktuell Weltklasse.
      Serbien ist nicht stärker als die Schweiz, auch Kanerun nicht. Brasilien ist der klare Gruppenfavorit. Der Rest balgt sich um Rang 2.