Historische Chance gegen den «Lieblingsgegner»

Der FC St. Gallen spielt bislang eine eher bescheidene Super-League-Rückrunde. Der Cup-Halbfinal gegen den FC Basel bietet den Ostschweizern die Chance zur Rehabilitation. Grund zur Hoffnung besteht, denn gegen den Ligakrösus weisen die «Espen» eine beeindruckende Bilanz auf.

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Basels miese Bilanz gegen den FCSG

1:57 min, vom 7.4.2015

Angefressen war die Stimmung beim FC St. Gallen nach der samstäglichen 1:4-Pleite beim FC Thun. Die Ostschweizer agierten auf dem Thuner Kunstrasen ratlos und boten eine teilweise inferiore Defensivleistung.

Saibene stellt spielerische Qualitäten in Frage

Coach Jeff Saibene zeigte sich entsprechend frustriert und fand in der Ostschweiz am Sonntag deutliche Worte: «Vieles hängt auch mit der Qualität zusammen. Man muss sich die Frage stellen, ob diese beim einen oder anderen wirklich ausreicht.»

Kein Wunder, sind die Nerven des Luxemburgers strapaziert. Seine Mannschaft konnte in der Rückrunde lediglich einen Sieg (2:0 bei Schlusslicht Aarau) erringen. Dass der Gegner im Cup-Halbfinal ausgerechnet der FC Basel ist, dürfte die St. Galler dennoch erfreuen, denn der Meister ist in dieser Saison der Lieblingsgegner der Grün-Weissen.

Beim 2:2 vor Monatsfrist gegen den FCB zeigte Saibenes Equipe ihre stärkste Rückrundenleistung. In der Hinrunde konnte man die «Bebbi» gleich in beiden Begegnungen bezwingen.

«Wer das Spiel nicht ernst nimmt, soll den Vertrag zerreissen»

Auch in Sachen Motivation ist der FCSG bereit: «Wenn dieser Cup-Halbfinal jemanden nicht aufrüttelt, kann er den Vertrag zerreissen», gibt Goalie Marcel Herzog die Marschroute in der Ostschweiz am Sonntag vor.

Herzog wird am Mittwoch zwar gemäss dem Rotationsprinzip Daniel Lopar weichen müssen, seine Aussage verdeutlicht dennoch den Stellenwert der Partie für die St. Galler. Die letzte Finalqualifikation der Ostschweizer liegt 17 Jahre zurück.

Edwin Vurens im Zweikampf mit Lausannes Daniel Puce.

Bildlegende: Nostalgie 1998 stand der FC St. Gallen gegen Lausanne zum letzten Mal im Cupfinal. Keystone

Letzter Cupfinal 1998

Damals hatte man sich nach einem 2:1-Sieg gegen Lugano unter Trainer Roger Hegi für das Endspiel qualifiziert. Im alten Wankdorfstadion setzte es dann eine bittere Niederlage gegen Lausanne im Penaltyschiessen ab, nachdem die «Espen» zunächst 2:0 in Führung gelegen hatten.

Die aktuelle St. Galler Equipe könnte mit einer Finalqualifikation also Historisches erreichen. Trainer Saibene kann nur hoffen, dass die Qualität seiner Spieler dafür ausreicht.

Die Cup-Bilanzen von St. Gallen und Basel seit 10 Jahren


St. Gallen
Basel
2013/14Viertelfinal (0:1 gg. Zürich)
Final (0:2 n.V. gg. Zürich)
2012/13Achtelfinal (0:2 gg. Aarau)
Final (4:5 n.P. gg. Grasshoppers)
2011/12Viertelfinal (6:7 gg. Winterthur)
Cupsieg (5:3 n.P. gg. Luzern)
2010/11Achtelfinal (0:1 gg. Thun)
Viertelfinal (1:3 gg. Biel)
2009/10Halbfinal (1:2 gg. Lausanne)
Cupsieg (6:0 gg. Lausanne)
2008/09Viertelfinal (1:2 gg. Sion)
Halbfinal (2:3 n.P. gg. Young Boys)
2007/08Sechzehntelfinal (0:2 gg. Gossau)
Cupsieg (4:1 gg. Bellinzona)
2006/07Viertelfinal (0:1 gg. Zürich)
Cupsieg (1:0 gg. Luzern)
2005/06Sechzehntelfinal (1:2 gg. Küssnacht a/R)
Achtelfinal (3:4 gg. Zürich)
2004/05Viertelfinal (6:7 n.P. gg. Aarau)
Achtelfinal (4:5 n.P. gg. Thun)
2003/04Halbfinal (1:2 gg. Wil)
Achtelfinal (0:1 gg. Grasshoppers)

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 4.4.2015, 22:50 Uhr

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Cup-Halbfinal zwischen St. Gallen und Basel am Mittwoch ab 20 Uhr live auf SRF zwei oder auf srf.ch/sport im Stream.