Abstiegskampf: Sorgt Servette für Spannung?

Am Samstag startet die Rückrunde der Super League mit dem Spiel zwischen Schlusslicht Servette und Leader GC. Im Kampf gegen den Abstieg hängt die Spannung davon ab, ob die abgeschlagenen Genfer zu einer Siegesserie ansetzen können. Nur dann könnte es für Zürich, Luzern oder Thun kritisch werden.

Vincent Rüfli.

Bildlegende: Blick nach oben Die Genfer (hier Vincent Rüfli) müssen 6 Punkte aufholen, um den Abstieg verhindern zu können. Keystone

Der erste Abstiegskandidat heisst Servette: Die Genfer überwinterten mit 6 Punkten Rückstand auf den rettenden 9. Rang. «Es wird sehr schwierig für uns», schätzt Trainer Sébastien Fournier die Lage realistisch ein. «Damit wir nicht absteigen, müssen wir eine positive Serie hinlegen. Aber wir sind auch darauf angewiesen, dass eines der Teams vor uns in die Krise gerät.» Man habe im Trainingslager hart an den körperlichen Grundlagen gearbeitet, so Fournier, «denn das war nötig».

Hoffnung schöpfen kann die Equipe aus den letzten Resultaten: In 5 Spielen vor der Winterpause holten die Genfer 8 Punkte - sie waren damit erfolgreicher als beispielsweise GC, YB, St. Gallen oder Zürich. Zudem dürfte sich die Rückkehr von Matias Vitkieviez für den einmaligen Nationalspieler selbst wie auch für den Klub als Glücksgriff erweisen. Und noch ein Silberstreifen für den 17-fachen Meister: Seit 2003 und Einführung der Super League ist nur einmal der Letzte nach der Hinrunde auch tatsächlich abgestiegen.

Urs Meier.

Bildlegende: Da entlang Mit dem neuen Trainer Urs Meier soll es beim FCZ wieder aufwärts gehen. Keystone

Neue Saisonziele beim FCZ

In Abstiegsgefahr befindet sich auch der neuntplatzierte FC Zürich. Doch nach der turbulenten Hinrunde, die in den Abgängen von Trainer Rolf Fringer und Sportchef Fredy Bickel gipfelte, kann es fast nur besser werden: «Dem FCZ traue ich eine deutlich stärkere Rückrunde zu», sagt SRF-Experte Hanspeter Latour. Doch die Personalsituation ist nicht besser geworden: Die Schlüsselspieler Burim Kukeli und Davide Chiumiento sind verletzt und Abwehrchef Jorge Teixeira wechselte in die Serie A nach Siena. «Jetzt müssen andere mehr Verantwortung tragen», sagt Trainer Urs Meier. Er ist überzeugt: «Das Kader ist immer noch gut genug für die Super League.» Die Zürcher haben in der Winterpause ihre Saisonziele aber neu ausgelegt: Ligaerhalt und Cupfinal.

Neubeginn in Luzern und Thun

Mit 18 Punkten liegen Luzern und Thun nur einen Zähler vor den Zürchern, doch bei beiden Teams dominiert die Zuversicht: Die Innerschweizer vollzogen mit der Freistellung von Sportchef Heinz Hermann einen Wechsel in der Chefetage und markierten damit eine «Neuausrichtung». Und die Berner Oberländer starteten mit einem 2:1-Sieg im Cup gegen Wohlen in die Amtszeit von Trainer Urs Fischer. «Ich bin überrascht, wie viel hier schon ineinandergreift», sagte der 46-jährige Zürcher, mit dem die Thuner langfristig planen wollen.

Cup als zweite Chance

Das von Laurent Roussey trainierte Lausanne (21 Punkte) schliesslich dürfte nach der besten Vorrunde seit 12 Jahren nichts mit dem Abstieg zu tun haben. «Für Lausanne, Zürich und Thun stellt der Cup eine ausgezeichnete Chance dar, sich noch für den Europacup zu qualifizieren», erklärt Latour. «Aber selbstverständlich hat Priorität, nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten.»

Der Abstiegskampf in der Super League seit 2003

SaisonLetzter nach HinrundeAbsteiger
2011/12LausanneXamax (Konkurs)
2010/11GCSt. Gallen
2009/10AarauAarau
2008/09LuzernVaduz
2007/08St. GallenThun
2006/07AarauSchaffhausen
2005/06AarauYverdon
2004/05SchaffhausenServette
2003/04ZürichWil

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