Angha: «Würde es nochmals genau gleich machen»

Von Arsenal London innert 5 Jahren in die Super League nach St. Gallen. Die bisherige Karriere von Martin Angha gleicht einem steten Abstieg. Der 21-Jährige bereut allerdings keine seiner Entscheidungen.

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Martin Angha im Porträt

2:59 min, vom 24.9.2015

«Ich fühle mich sehr wohl hier. Es ist eine schöne Stadt», sagt Martin Angha über seine neue Heimat St. Gallen. Seit Juli spielt der rechte Aussenverteidiger in den Reihen des FCSG. In der Schweiz ist Angha noch ein unbeschriebenes Blatt. Dies, obwohl er bisher alle Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen hat.

Früher Abstecher auf die Insel

Dass viele der hiesigen Fussballfans den Sohn eines kongolesischen Vaters und einer Schweizer Mutter bisher nicht auf dem Radar hatten, ist Anghas Werdegang geschuldet. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren folgte er dem Ruf des grossen Arsenal London, von der Nachwuchsabteilung des FC Zürich direkt ins Ausbildungszentrum der «Gunners».

«  In der weltbesten Liga geschnuppert zu haben, das kann mir keiner mehr nehmen. »

«Es war für mich damals ein Kindheitstraum. Als kleiner Junge war ich schon Arsenal-Fan», erinnert sich Angha. «Die Möglichkeit, zu diesem Klub zu wechseln, wollte ich wahrnehmen». Der Sprung in die 1. Mannschaft blieb ihm allerdings verwehrt. Und dies, obwohl Coach Arsène Wenger in Interviews immer wieder grosse Stücke auf das junge Schweizer Talent hielt. Ein Champions-League-Einsatz gegen Olympiakos Piräus (2:1) und ein Spiel im Liga-Cup gegen Coventry City (6:1) blieben die magere Ausbeute aus Anghas Sicht.

Es folgte 2013 der Transfer nach Nürnberg, wo der Verteidiger auf Landsmann Josip Drmic traf. Für den «Club» absolvierte er 14 Spiele in der Bundesliga. Eine «positive Zeit», wie er selbst festhält. Nach dem Abstieg Nürnbergs zog es Angha Ende Saison zu Zweitligist 1860 München. Beim Traditionsklub wurden ihm aber zahlreiche Trainerrochaden zum Verhängnis.

«  Zuerst will ich Erfolg mit St. Gallen haben. »
Martin Angha während einer Partie mit Arsenal.

Bildlegende: Kein Glück auf der Insel Bei Arsenal gelang Martin Angha der Durchbruch nicht. EQ Images

Und so landete der 21-jährige Angha in diesem Sommer eben in der Super League – zum ersten Mal in seiner Karriere. Als Abstieg will er den Transfer nach St. Gallen aber nicht abtun. «Es ist ein super Schritt. In der Schweiz habe ich noch nie als Profi gespielt. Hier kann ich vieles lernen» entgegnet er. An seiner Entscheidung, bereits in jungen Jahren auf die Insel gewechselt zu haben, habe er nie gezweifelt. «In der weltbesten Liga geschnuppert zu haben, das kann mir keiner mehr nehmen. Ich würde es nochmals genau gleich machen.»

Seinen Traum, irgendwann bei einem grossen europäischen Klub einen Stammplatz zu bekleiden, hat Angha natürlich noch längst nicht begraben. «Ich habe noch die ganze Karriere vor mir», sagt er mit breiter Brust. «Aber zuerst will ich Erfolg mit St. Gallen haben.»

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 24.09.15 22:20 Uhr