Auch ein Marder kann den FCZ nicht stoppen

Der FC Zürich hat den FC Thun auswärts deutlich mit 4:0 bezwungen. Damit holte der «Stadtklub» in der Rückrunde 13 von 15 möglichen Punkten und nähert sich den Europa-League-Plätzen an.

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SL: Thun - FC Zürich

2:00 min, vom 10.3.2013

Mitten in die kleine Anfangsdruckphase der Thuner verirrte sich ein Marder auf den Kunstrasen der Arena Thun. Fangversuchen von Ordnern und Spielern entkam der flinke Eindringling vorerst und befreite sich von Zürichs Loris Benito, der sich auf ihn stürzte, gar mit einem Biss in den Finger.

Erst FCZ-Hüter David Da Costa gelang es, den Marder einzufangen. Der Schweiz-Portugiese gegenüber Teleclub: «Ich wollte einfach, dass es weitergeht. Dank den Torhüterhandschuhen spürte ich die Bisse nicht.» Nach über fünfminütiger Unterbrechung konnte die Partie schliesslich wieder aufgenommen werden.

Rundschlag führt zur FCZ-Führung

Nach diesem «Marder-Intermezzo» konnte der FC Zürich nach einer knappen Viertelstunde in Führung gehen: Eine Flanke von Marco Schönbächler versuchte Thun-Verteidiger Nicolas Schindelholz zu klären, doch sein Versuch verkam zu einem Rundschlag, welcher unglücklich im eigenen Netz landete.

Der Marder entwischte Loris Benito, bevor ihn David Da Costa einfing.

Bildlegende: Einsatz total Der Marder entwischte Loris Benito, bevor ihn David Da Costa einfing. Keystone

In der Folge kamen die Thuner durch Marco Schneuwly zu 2 guten Chancen: Zuerst kam der Stürmer nach einer Flanke einen halben Schritt zu spät, bevor Roland Bättig an die Strafraumgrenze zurücklegte. Doch Schneuwly drosch den Ball mit voller Wucht ins Aussennetz.

Buff mit 1. Tor seit Mai 2012

Aufgrund des Marder-Unterbruchs wurden in der 1. Halbzeit 6 Minuten nachgespielt, in denen sich Entscheidendes zutrug: Innerhalb von gerade mal 90 Sekunden wurde Thuns Enrico Schirinzi zweimal verwarnt und flog damit vom Platz.

Im 2. Durchgang waren noch keine 3 Minuten gespielt, da fasste sich FCZ-Mittelfeldspieler Oliver Buff nach Vorarbeit von Yassine Chikhaoui aus über 20 Metern ein Herz und traf mit einem satten Schuss halbhoch genau in die Torecke zum 2:0. Damit beendete der 21-Jährige seine Durststrecke - seit dem 6. Mai 2012 hatte er nicht mehr getroffen.

Chikhaoui glänzt als Passgeber

Damit war der Widerstand der dezimierten Thuner endgültig gebrochen. Nur kurze Zeit später war es wieder der gross aufspielende Chikhaoui, der mit einem weiten Pass Josip Drmic lancierte. Dieser legte den Ball an Thun-Keeper Guillaume Faivre vorbei und vollendete mit seinem bereits 8. Saisontor zum vorentscheidenden 3:0.

Doch damit nicht genug: Erneut spielte Chikhaoui mit einem Traumpass, diesmal in den Lauf seines Landsmannes Amine Chermiti. Dieser konnte von Faivre nur regelwidrig gestoppt werden. Der Gefoulte verwandelte sicher zum 4:0-Endstand. Der Sieg hätte gar noch höher ausfallen können, hätten Buff und der eingewechselte Adis Jahovic ihre Chancen genutzt.

Da Costa: «Uns kann auch kein Marder stoppen»

Mit diesem Kantersieg setzt der FC Zürich seinen erstaunlichen Höhenflug unter Trainer Urs Meier in der Rückrunde fort: Mit 13 von 15 möglichen Punkten, einem Torverhältnis von 14:2 und dem Sprung von Rang 9 auf Platz 5 (der FCZ überholte nun auch YB) nähern sich die Zürcher den Europa-League-Plätzen. Nach den Niederlagen des Tabellendritten St. Gallen und des Vierten Sion hat der Stadtklub nur noch 5 respektive 6 Punkte Rückstand. Das Schlusswort gehörte «Marderfänger» Da Costa: «Wir sind im Moment so im Schuss, da kann uns auch kein Marder stoppen.»

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SL: Ein Marder narrt Thun- und FCZ-Spieler

3:58 min, vom 10.3.2013