Benitos Sehnsucht nach bekannten Höhen

Die Karriere von YB-Linksverteidiger Loris Benito scheint nach Turbulenzen wieder an Flughöhe zu gewinnen. Wohin führt der Weg des talentierten 23-jährigen Aargauers?

Porträtaufnahme von Loris Benito.

Bildlegende: Neue Ziele Loris Benito scheint bei YB zu alter Form zurückzufinden. Keystone

Lange schien es, als sei die Karriere von Loris Benito ein einziger Höhenflug. Das Debüt in der Super League im Alter von 17 Jahren beim FC Aarau, den Benito noch heute als «Herzensklub» bezeichnet. Der Schritt zum Schweizer Grossklub FC Zürich zwei Jahre später. Der Stammplatz auf Anhieb beim FCZ, Lob und Applaus von allen Seiten.

Dann, im Sommer 2014, der Wechsel ins Ausland nach Lissabon, zum grossen Benfica. Kurz darauf die erste Berufung in die Schweizer Nati. Alles lief nach Plan beim Aargauer, eine grosse Karriere bahnte sich an. Doch in Portugal machte Benito eine neue Erfahrung. Er wurde bei Benfica nicht gebraucht, kam ein ganzes Jahr lang nur sporadisch zu Einsätzen.

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Loris Benito über seine Zeit in Portugal

0:42 min, vom 4.2.2016

Die schwere Zeit in Portugal

«Das war eine neue Situation für mich», blickt Benito auf diese schwere Phase zurück. Benficas Team sei über viele Jahre gewachsen, habe über enorm viel Qualität verfügt. «Ich musste zum ersten Mal in meiner Karriere um meinen Platz kämpfen. Klar war das schwierig. Aber auch sehr lehrreich», sagt Benito im Rückblick.

Im Sommer 2015 folgte der Schritt zurück in die Schweiz, nach Bern zu den ambitionierten Young Boys. Mit grossen Erwartungen gestartet, flog Benito in seinem ersten Ernstkampf für YB mit einer gelb-roten Karte vom Platz. Danach setzten ihn Fussprobleme knapp zwei Monate ausser Gefecht. «Eine schwierige Zeit», so Benito, er habe viel Geduld gebraucht.

«  Wir haben immer zusammengehalten »

Loris Benito

Geduld, die sich auszahlen sollte. Im Oktober kehrte der 23-Jährige zurück ins Team, erkämpfte sich den ersehnten Stammplatz. YB lief es allerdings nicht wie gewünscht. Out in der Europa League, Out im Cup, in der Liga 15 Punkte Rückstand auf Leader Basel. YB, mit dem Anspruch, um den Titel zu spielen in die Saison gestartet, erlebte ein schwieriges Halbjahr.

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Loris Benito über seine Ziele für die Rückrunde

0:45 min, vom 4.2.2016

Erneut keine einfache Zeit für Benito, erneut fokussiert sich der Maturand aus Aarau auf Positives: «Der Kern der Mannschaft hat trotz der Negativspirale immer zusammengehalten.» Und immerhin stünden die Young Boys auf Rang 3. Neues Saisonziel ist Platz 2, der zur Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League berechtigt.

... und dann ist da noch die EM

«Absolut machbar», sei diese neue Herausforderung, glaubt Benito. Seine eigenen Ziele formuliert er vorsichtiger: Möglichst viele Spiele bestreiten wolle er, fit und verletzungsfrei bleiben. Und dann ist im Sommer noch die EM. Auf der Position als Linksverteidiger ist Ricardo Rodriguez gesetzt.

Doch als dessen Back-up hat sich bislang niemand ernsthaft aufdrängen können. Ist Frankreich, ist die Nati in Benitos Hinterkopf? «Ich war schon einmal in der Nati und weiss, wie es läuft. Das ist immer etwas Schönes», meint er vielsagend. Gewinnt seine Karriere nach 2 Jahren wieder an Flughöhe, scheint für ihn alles möglich.

Werden die Young Boys Rang 2 erreichen?

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