Derlis Gonzalez: Der FC Basel als Sprungbrett

Konstanten gibt es unter Paolo Sousa beim FC Basel so gut wie keine. Einer, der das Vertrauen des FCB-Trainers geniesst, ist Derlis Gonzalez. Der Paraguayer hat in Basel Fahrt aufgenommen - und träumt von einem Wechsel in eine Top-Liga.

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Derlis Gonzalez: Belebendes Element in der FCB-Offensive

1:58 min, vom 3.11.2014

Am Samstag liess er es wieder aufblitzen, sein unbestrittenes Talent: Eine perfekte Ballannahme, eine kurze Drehung und ein trockener Schuss ins linke Eck. Derlis Gonzalez avancierte beim 2:0 gegen GC zum Matchwinner. Bereits beim ersten Treffer hatte der Paraguayer die Vorlage geliefert und dem FCB damit zur erneuten Tabellenführung verholfen.

Ein Fixpunkt im FCB-System

Der erst 20-jährige Offensivspieler hat sich bestens beim FCB eingelebt. In der Super League stand Gonzalez in 12 von 14 Partien auf dem Feld, zu mehr Einsatzminuten kamen bisher nur Torhüter Tomas Vaclik sowie die Verteidiger Taulant Xhaka, Marek Suchy und Fabian Schär.

Auch im Scheinwerferlicht der Champions League durfte sich Gonzalez bislang in sämtlichen Spielen präsentieren, gegen Real Madrid gelang ihm sogar ein Tor. Obwohl der FCB am Ende 1:5 verlor, dürfte der Auftritt im Bernabeu das bisherige Highlight in Gonzalez' Karriere gewesen sein. Geht es nach dem Paraguayer, sollen weitere bald folgen.

Derlis Gonzalez hat den Fokus auf den Ball gerichtet.

Bildlegende: Hat ein klares Ziel vor Augen Derlis Gonzalez. EQ Images

Der Traum von einer Top-Liga

Der FC Basel ist für Gonzalez gemäss eigenen Aussagen nur eine Zwischenstation. Der paraguayische Nationalspieler, der im Sommer zum FCB wechselte, träumt von den Top-Klubs Europas und macht aus seinen Ambitionen keinen Hehl. Spätestens in ein, zwei Jahren will er in einer grossen Liga spielen - trotz Vertrag in Basel bis 2019.

Gonzalez' Wechsel zum derzeit erfolgreichsten Schweizer Klub verlief denn auch wenig romantisch. Er verfolgte zuhause in der paraguayischen Hauptstadt Asunción die Europa-League-Partie zwischen dem FCB und Valencia, als ihm sein Berater eröffnete, dass die Spieler in den rot-blauen Trikots schon bald seine Teamkollegen sein würden. «Wenn er gesagt hätte, mein neuer Klub sei in Japan, dann wäre ich jetzt dort», erklärt Gonzalez lapidar die Beweggründe seines Wechsels in die Schweiz.

Kein Glück in Portugal

Man mag dem Vater einer fast zweijährigen Tochter mangelnde Identifikation vorwerfen, sein Einsatz und die gezeigten Leistungen sprechen aber für sich. Mit seiner wirbligen und unerschrockenen Spielweise hat er sich längst in die Herzen der FCB-Fans gespielt.

Das war ihm bei seinem ersten Europa-Abenteuer nicht gelungen. 2012 wagte der nur 1,72 Meter grosse Athlet den Sprung nach Portugal zu Benfica Lissabon, kam dort aber nur in der 2. Mannschaft zum Einsatz. Er sei menschlich noch nicht reif genug gewesen, erklärt Gonzalez heute.

Vielleicht ist es gerade diese Negativ-Erfahrung, die Gonzalez momentan so stark macht. Mit neuem Selbstbewusstsein und einem grossen Ziel vor Augen will der 20-Jährige seinen Höhenflug fortsetzen. Am besten schon im Champions-League-Spiel gegen Ludogorets Rasgrad.

Sendebezug: SRF 1, sportaktuell, 1.11. 22:55 Uhr.

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie die Champions-League-Partie zwischen dem FC Basel am Dienstag ab 20 Uhr live auf SRF zwei oder im Stream auf www.srf.ch/sport.