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Super League GC: Vom Beinahe-Absteiger zum Meister?

Der Grasshoppers Club Zürich gehört mit Aufsteiger St. Gallen zu den grossen Überraschungen der Hinrunde. Trainer Uli Forte hat aus dem «Beinahe-Absteigerteam» der letzten Saison eine Mannschaft geformt, die nun zur Winterpause vorne steht. Das Wort «Meister» wird aber weiter vermieden.

Legende: Video «GC-Trainer Uli Forte äussert sich im Interview zum Derby gegen den FCZ, zur Hinrunde und den Perspektiven.» abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
Vom 03.12.2012.

Die Geschichte der letzten Saison ist allen GC-Anhängern noch immer in Erinnerung. Ohne den Zwangsabstieg von Xamax und dem Punkteabzug für den FC Sion wären die Grasshoppers mit grösster Wahrscheinlichkeit in der Challenge League gelandet. Eine Horrorvorstellung für den Schweizer Rekordmeister.

Darum rechneten die Verantwortlichen des Clubs nicht damit, dass die «Hoppers» sich in der Spitzengruppe etablieren könnten und sogar Wintermeister werden. Einer der Gründe für den Aufschwung: Die Neuzugänge haben allesamt eingeschlagen.

Achse Grichting-Salatic-Ben Khalifa

Die neue Achse mit Verteidiger Stéphane Grichting, Mittelfeldchef Veroljub Salatic und Stürmer Nassim Ben Khalifa hat Stabilität in die Mannschaft gebracht. So konnten sich auch die jungen Spieler wie Steven Zuber, Izet Hajrovic, Nzuzi Toko oder Amir Abrashi weiterentwickeln. Hajrovic schaffte im November sogar den Sprung ins Nati-Kader von Ottmar Hitzfeld.

Die «Breite» an Torschützen mit Hajrovic (6 Treffer), Ben Khalifa (4) und Zuber (4) trug auch zum Erfolg bei. Zudem entwickelte sich Goalie Roman Bürki (von YB ausgeliehen) zum sicheren Rückhalt. Eine zwischenzeitliche Serie von 9 Siegen hat GC dann an die Spitze der Tabelle gebracht.

11 Siege feierten die Grasshoppers in der Vorrunde, 7 davon mit nur einem Tor Unterschied. Coach Uli Forte, der im April 2012 Ciriaco Sforza an der Seitenlinie ersetzte, sieht diese Statistik positiv: «Das heisst, dass wir die Spiele gewinnen und dass unsere Defensive bärenstark steht. Darüber bin ich sehr glücklich.»

Kader zu dünn besetzt

Die Stärke des Teams ist zugleich die Schwäche. Ist jemand aus der Reihe der Leistungsträger verletzt oder gesperrt, dann wird die Luft auf der Reservebank dünn, was man in den letzten Spielen vor der Winterpause sehen konnte.

Forte hat erkannt, dass das GC-Gerüst anfällig ist. Daher sind Verstärkungen nicht auszuschliessen. Im Sturm dürfte eine Rückkehr von Innocent Emeghara (derzeit nur Reservist in Lorient) wieder ein Thema werden.

Coach Forte plant Verstärkungen in der Winterpause

«Es ist klar, dass wir uns noch verstärken wollen. Wir wollen hier Fortschritt und keinen Stillstand. Allerdings muss man auch sehen, dass uns keine Millionen wie bei anderen Klubs zur Verfügung stehen», so Forte zu den Kaderplanungen im Winter.

Wer weiss: Das letzte Mal wurde GC in der Saison 2002/2003 Wintermeister. Am Ende wurde man dann zum 27. Mal Schweizer Meister.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

GC-Verwaltungsratspräsident André Dosé ist Gesprächsgast von Steffi Buchli in der «sportlounge» (ab 22.25 Uhr auf «SF zwei»). Er erzählt, wie er die Grasshoppers wieder auf Kurs gebracht hat. Ausserdem gibt er Anekdoten aus seinen früheren Tätigkeiten preis, etwa als Taxipilot von Johnny Cash.