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Super League Latour: «Titel spricht für Basel, aber auch gegen Konkurrenz»

Das Rennen um den Schweizer Meistertitel war zwar lange eng, trotzdem fehlte ihm die ganz grosse Spannung. SRF-Experte Hanspeter Latour zu einer Fussballsaison, die in vielen Bereichen den Prognosen entsprochen hat.

Valentin Stocker im Kampf gegen Daniel Pavlovic und Sanel Jahic
Legende: Nicht zu bremsen Basel dominierte die Konkurrenz auch heuer. EQ Images

Mit dem fünften Titel in Serie zementierte der FC Basel seine nationale Dominanz. «Obwohl der Vorsprung auf GC nie sehr gross war, liefen die Basler kaum Gefahr, die Meisterschaft aus der Hand zu geben», meint Hanspeter Latour. In den wichtigen Momenten habe der FCB seine Spiele gewonnen.

Latour attestiert der Klubführung in den vergangenen Jahren eine starke Leistung, zumal immer wieder Abgänge von Schlüsselspielern und Wechsel auf der Trainerposition zu verkraften waren. «Allerdings drängt sich auch die Frage auf, warum die Konkurrenz dem FCB nicht näher gekommen ist», so Latour.

Legende: Video Pokalübergabe und Stimmen aus Basel abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus sportpanorama vom 18.05.2014.

«Gashi der Spieler der Saison»

Erster Herausforderer war GC. «Eine junge Equipe, von welcher aber schon etliche Spieler seit drei, vier Jahren in der ersten Mannschaft spielen, hat erfrischenden Fussball gezeigt. Skibbe hat die Arbeit hervorragend weitergeführt», lobt Latour das Team, von dessen starker Saison er nicht überrascht war.

Dass Shkelzen Gashi aber die Torschützenliste dominieren würde, damit hätte er nicht gerechnet: «Mit seinen Skorerqualitäten ist er für mich der Spieler der Saison.»

Ob GC den FCB aber in naher Zukunft herausfordern kann, steht in Frage. «Im Klub herrscht Unruhe, die Zuschauerbasis und die Stadionsituation ist nicht mit jener Basels zu vergleichen und mit Roman Bürki dürfte eine Schlüsselfigur das Team verlassen», gibt Latour zu bedenken.

«Von YB hätte ich mehr erwartet»

Bessere strukturelle Grundvoraussetzungen herrschen bei YB. Die Berner klassierten sich auf dem respektablen dritten Rang. «Aber ich hätte von ihnen mehr erwartet. Punktemässig sind sie zu weit hinter Basel zurück», so Latour. «Dabei hätte der Klub durchaus das Potenzial, den FCB zu fordern».

Der Berner Oberländer vermisst beim Hauptstadt-Klub den unbändigen Willen und das klare Bekenntnis zum Titelgewinn als Zielsetzung. «Man sollte zum Angriff blasen und das intern wie gegen aussen auch so kommunizieren», meint er.

Porträt-Foto von Latour
Legende: Hanspeter Latour Der ehemalige GC-, Thun- und Köln-Trainer ist Fussball-Experte beim Schweizer Radio und Fernsehen. SRF

«Zuffi die Entdeckung der Saison»

Ähnlich wie an der Spitze blieben die Überraschungen auch im Mittelfeld aus. Luzern, Zürich, Thun und St. Gallen spielten wenig konstant, die Zürcher durften sich immerhin über den Cupsieg freuen.

Thun war lange auf gutem Weg, zum zweiten Mal in Folge europäisch antreten zu können. Mit Niederlagen in den letzten 3 Spielen brachte man sich aber um den Lohn für eine starke Saison. «Aus den vorhandenen Möglichkeiten hat Thun viel gemacht. Doch die Abgänge von Luca Zuffi - die Entdeckung der Saison - und Marco Schneuwly werden schwer zu kompensieren», so Latour.

«Junge müssen in Bresche springen»

Nach dem diskussionslosen Abstieg von Lausanne bleibt Sion einziger SL-Vertreter, der nicht aus der Deutschschweiz stammt. «Das ist keine gute Entwicklung», so Latour.

Zu denken gibt dem SRF-Experten auch der Substanzverlust, den die Liga zu verkraften hat. Mit Yann Sommer, Valentin Stocker und vermutlich auch Roman Bürki verlassen Topspieler die Liga, Christoph Spycher und Michel Renggli treten zurück. «Die Super League hat ein gutes Niveau, das gilt es unbedingt zu halten. Es ist an den Jungen, in die Bresche zu springen», so Latour.

Deutlicher Zuschauer-Rückgang

Ein Jahr nach dem Zuschauer-Rekord mit 2'163'354 Eintritten verzeichnete die Super League in der abgelaufenen Saison 2013/2014 einen Zuschauer-Rückgang von über 10 Prozent. Mit 1'938'985 Fans passierten 224'369 weniger als im Vorjahr die Drehkreuze der 10 Arenen. Nur die Berner Klubs YB und Thun verzeichneten einen leichten Aufschwung.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Elia Thommen, Oberbuchsiten
    Dangge yann und vale für alles was der für uns gmacht heit di☺r sit die beste!!!!!!!!☺☺☺☺☺☺☺☺☺☺
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  • Kommentar von rolf egli, spreitenbach
    Wenn die "Fans" weiterhin sich lieber die Köpfe einschlagen und ganze Städte verwüsten und terrorisieren, werden sie bald alleine in den Stadien sein.
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    1. Antwort von David K., Basel
      Haben Sie Heuslers Rede im Stadion nicht gehört??? Hört mal auf alle Fans des FCB zu verunglimpfen. Wir sind mind. 25.000 regelmässige Matchbesucher. Und die Gewalttäter, welche für Negativschlagzeilen sorgen sind vlt. 100 maximal 200. Das ist weniger als ein halbes Prozent. Den Idioten wird von den Medien, den Politikern und Menschen wie Ihnen viel mehr Aufmerksamkeit zuteil, als sie verdient haben.
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    2. Antwort von E. Renfer, Greifenstein
      @David K: "Viel zu viel Aufmerksamkeit? Verwüstete Geschäfte, zusammengeschlagene Autos, kaputte Eisenbahnwaggons, ... so lange solches vorkommt und von der Fanmasse geduldet wird ist es völlig egal, ob 0,1% oder 50% der Fans randalieren. Man darf da nicht wegschauen, und es ist mehr als richtig, dass solche Sachen in den Medien gezeigt werden! (Ist ja nicht nur bei FCB-Fans ein Problem!)
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    3. Antwort von David K., Basel
      @ Renfer: Die Medien sollen berichten, aber wie ist das Problem. Aus prügelnden Hools welche mit Bier und Plastikstangen in einer Dauer von 5 Minuten aufeinander losgehen (klar inakzeptabel) wird "die Schlacht von Aarau" wo mit Eisenstangen aufeinander losgegangen wird und Pyros auf Kinder geschossen wird. Das macht mich sauer, weil es nicht zur Lösung des Problems beiträgt, sondern dieses anheizt und Menschen für schuldig erklärt, welche nichts dafür können.
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    4. Antwort von David K., Basel
      @ Renfer zum . ,: Was mich auch wütend macht ist der Vorwurf mit der Fanmasse, welche diese Ausschreitungen duldet. Wir dulden es nicht, aber was soll ich machen. Soll ich das nächste Mal einem Typen, welcher sich nicht benimmt eins auf die Fresse hauen? Damit mache ich mich ebenfalls strafbar. Sind die Menschen in der Disko Schuld, wenn es zu einer Schlägerei kommt, weil sie diese nicht verhindern können? Hört auf mit Schuldzuweisungen an die Fans die nichts aber auch gar nichts dafür können.
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    5. Antwort von hoden, zürich
      Und wie hets nachdem schwing fest ausgesehen?
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    6. Antwort von David K., Basel
      Hoden, wen fragst du das? Falls mich, kann ich dir es nicht sagen, da ich in einer Stadt wohne und grundsätzlich nicht an Bauernveranstaltungen gehe ;)
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  • Kommentar von marc cap, basel
    GLAUBET NID AN GEISCHTER GLAUBET NID AN GEISCHTER DR FCB WIRD SCHWIZERMEISCHTER!!! Alles buebe die serie isch no lang nidd z end!
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