Zum Inhalt springen

Header

Video
Mämä Sykora über die Lage im Schweizer Fussball
Aus Sport-Clip vom 09.07.2020.
abspielen
Inhalt

Mämä Sykora legt sich fest «YB macht das Rennen im Meisterkampf»

Fussball-Beobachter Mämä Sykora erklärt im Interview, welche Trends ihm in der Super League auffallen und warum St. Gallen nicht Meister wird.

SRF Sport: Wie viele Super-League-Spiele haben Sie seit dem Re-Start integral geschaut?

Mämä Sykora: Etwa 10 vielleicht, aber leider kein einziges im Stadion.

Haben Sie sich an die Spiele ohne bzw. mit nur einigen 100 Zuschauern gewöhnt?

Man gewöhnt sich nicht gerne daran. Aber was auffällt: Es gibt extrem viele tolle Tore. Ich glaube, die Fans lenken die Spieler jeweils etwas ab.

Es erhalten viel mehr Spieler eine Chance, die sonst nicht auf dem Matchblatt figurieren würden.
Autor: Mämä Sykoraüber die Trends in der Super League

Wie meinen Sie das?

Vielleicht sind die Akteure weniger unter Druck und wagen mehr, zum Beispiel einen Fallrückzieher oder ziehen aus der Distanz ab. Sie müssen keine Angst haben, ausgepfiffen zu werden. Der Fan pusht zwar, aber dann wird vielleicht einfach mehr gerannt.

Hat Sie irgendetwas überrascht in den letzten Runden?

Die Schwankungen sind sehr augenfällig. Und unsere Liga ist einfach geil. Jeder kann jeden schlagen. Der FCZ schlägt St. Gallen auswärts 4:0 und verliert dann gegen Thun, das eine Halbzeit lang zu zehnt agiert. Und es geht für jeden Klub um etwas.

Welche Trends lassen sich aus den englischen Wochen ablesen?

Es ist sicherlich so, dass viel mehr Spieler eine Chance erhalten, die sonst nicht auf dem Matchblatt figurieren würden. Denn es gibt viele Verletzungen und es werden noch einige hinzukommen. Wir lernen also neue Spieler kennen. Es wird im Meisterrennen und auch sonst wohl entscheidend sein, wer das breitere Kader hat.

Elis Isufi.
Legende: Bildete mit Jasper van der Werff in Sion das FCB-Abwehrduo Elis Isufi. Freshfocus

Viele Experten prognostizieren schon seit längerem einen Einbruch des FC St. Gallen. Sie auch?

Das habe ich auch erwartet, bin aber positiv überrascht, dass dies bisher nicht eingetreten ist. Dennoch glaube ich, dass sie gewisse Schwierigkeiten bekommen werden, weil sie nicht über ein solch breites Kader verfügen. Allerdings funktioniert der FCSG momentan so gut unter Trainer Peter Zeidler, dass man auch den Bratwurstverkäufer hinstellen könnte und er würde perfekt passen.

Wer wird denn nun Meister?

Ich prognostiziere, dass YB das Rennen macht.

Der FC Basel liefert seit Wochen viele Geschichten. Am Samstag steigt gegen YB das Spiel der wohl allerletzten Chance. Kommt Basel noch einmal?

Ich habe meine Zweifel. Fabian Frei hat schon vor ein paar Runden gesagt, der FCB spiele nur noch um Rang 3. Ich sehe das auch so. Es reicht Basel in dieser Saison einfach rein fussballerisch nicht. Das wäre meiner Meinung nach auch so, wenn es rund um den Klub ruhiger wäre.

Können Sie sich an eine ähnlich spannende Saison in der Super League erinnern?

Ich glaube, dass es letztmals in der Saison 1998/99 so spannend war, als 3 Teams in der letzten Runde noch hätten Meister werden können. Servette gewann gegen den direkten Konkurrenten Lausanne dank 3 Toren von Edwin Vurens 5:2 und holte den Titel. GC ging auf einem anderen Platz leer aus.

Auch das Duell Lausanne gegen GC elektrisiert. Wer steigt auf?

Das ist eine extrem schwierige Frage. Es gibt in dieser Liga einfach zu viele Teams, für die es um nichts mehr geht. Deshalb glaube ich nicht, dass Lausanne gegen Teams wie Wil noch patzen wird.

Zur Person

Zur Person

Mämä Sykora (44) lebt in Zürich und ist Chefredaktor des Schweizer Fussballmagazins ZWÖLF. Daneben moderiert er die wöchentliche Sendung «The Soccer Lounge» auf SportalHD und ist im Podcast «Sykora Gisler» auf SRF 3 zu hören bzw. auf SRF zwei zu sehen.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rothensteiner Felix  (Rothensteiner)
    Finde kein einziges aussagekräftiges Argument dieses „Experten“. Herr Sykora ist ein typischer Statistiker.Wer hat wie oft wo gewonnen, wer hat das breiteste Kader. Immer wieder wird vergessen, dass Fussball nicht kalkulierbar ist. Oder hat Leicester die PL wegen des grössten Kaders gewonnen? Auch YB ist ohne seine 3 Top-Guns nurnoch halb so stark.Eine aussergewöhnliche Saison verdient einen aussergewöhnlichen Meister, das ist der FC St.Gallen und ich bin sicher, 3/4der Schweiz sieht das auch so
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Herr Sykora zur Challenge League: "Es gibt in dieser Liga einfach zu viele Teams, für die es um nichts mehr geht. Deshalb glaube ich nicht, dass Lausanne gegen Teams wie Wil noch patzen wird." In 6 Spielen nach der Corona-Pause zeigte sich aber klar, dass es ein grosser Vorteil ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Und gerade Lausanne hat erst in der letzten Runde erstmals gewonnen, mit Ach und Krach gegen Schlusslicht Chiasso 2:1. Da existiert keine Sicherheit gegen weitere Ausrutscher.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen