Rekordmann Babbel und das «schwierige Jubiläum»

In der Super League ist Markus Babbel aktuell dienstältester Trainer. Der Luzern-Coach verrät, wieso er sich nicht uneingeschränkt über diesen Rekord freuen kann.

In Zeiten, in denen sich das Trainerkarussell derart schwindelerregend schnell dreht, dass der durchschnittliche Fussballcoach zum Kurzarbeiter verkommen ist, sind sie selten: Die Übungsleiter, die eine Mannschaft prägen. Die Arsène Wengers und Alex Fergusons dieser Fussballwelt.

«  Für mich ist es ein etwas schwieriges Jubiläum. »

So ist im Schweizer Profifussball (Super und Challenge League) Markus Babbel dienstältester Trainer. Seit 2,5 Jahren steht der Deutsche beim FC Luzern an der Seitenlinie. Ein Rekord, der ihm nicht bewusst war. Gratulationen nimmt Babbel dementsprechend mit Demut entgegen: «Für mich ist es ein etwas schwieriges Jubiläum. Denn ich wünsche natürlich meinen Kollegen nur das Beste. Aber die Branche ist so.»

«  Das ist etwas Positives – für mich, wie für den Klub. »
Rolf Fringer

Bildlegende: Rolf Fringer Keystone

Die Kontinuität der «Leuchten» auf dem Trainerposten freut Babbel: «Wenn man es dann einmal zweieinhalb Jahre geschafft hat, ist das etwas Positives – für mich, wie für den Klub», betont er. Demütig haben ihn auch schwierige Zeiten gemacht. Etwa im Frühling 2016, als der FCL 6 Niederlagen aneinanderreihte. Oder auch der Machtkampf mit dem damaligen Sportchef Rolf Fringer.

«  Langfristige Planung habe ich mir abgewöhnt. »
Markus Babbel

Bildlegende: Markus Babbel Keystone

Rückblickend ist sich Babbel bewusst: Er und Fringer – «das wäre auf Dauer nicht gut gegangen. Für mich ist natürlich positiv, dass man sich für mich entschieden hat.» Die Resultate sprechen für den Münchner: Er übernahm die Luzerner als Schlusslicht, führte sie noch in derselben Saison auf Rang 5 und etablierte die Innerschweizer mittlerweile in der erweiterten Spitzengruppe der Super League.

Würde Markus Babbel darauf wetten, auch noch in zweieinhalb Jahren als Übungsleiter der Luzerner zu amten? Der Deutsche lacht: «Ich habe mir abgewöhnt, mir darüber Gedanken zu machen, was in ein oder 2 Jahren ist.»

Sendebezug: SRF 3, Abendbulletin, 14.3.2017, 18:15 Uhr