Servette, der logische Absteiger

Mit Servette muss einer der traditionsreichsten Schweizer Klubs den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Auch wenn der Abstieg für Spieler und Fans bitter ist, so trifft es mit den «Grenats» die richtige Equipe.

Servette muss 2 Jahre nach dem Aufstieg eine Liga tiefer neuen Schwung holen.

Bildlegende: Neuer Anlauf in der Challenge League Servette muss 2 Jahre nach dem Aufstieg eine Liga tiefer neuen Schwung holen. Keystone

Wie immer, wenn ein Klub mit grosser Vergangenheit absteigt, ist der Aufschrei - vor allem unter den Nostalgikern - gross. Servette stand im Schweizer Fussball Jahrzehnte lang für Erfolg, Titel und phasenweise auch Glamour.

Statistik spricht Bände

Doch eine glorreiche Vergangenheit mit 17 nationalen Meistertiteln alleine genügt nicht, um sich im Oberhaus zu behaupten. Dazu braucht es primär Tore und Punkte. Diese fehlen den «Grenats» - und das nicht zu knapp. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Servette hat in 35 Runden am wenigsten Tore erzielt (29) und am meisten erhalten (58). Aus den ersten 13 Partien resultierte kein einziger Sieg. Servette belegt seit dem 2. Spieltag den letzten Platz.

Nicht Super-League-tauglich

Für diese dürftige Ausbeute und dem «logischen» Abstieg gibt es freilich Gründe: Mit dem Mini-Budget von rund 5 Millionen Franken nach dem Beinahe-Konkurs 2012 waren keine grossen Sprünge möglich. Der Kader genügte Super-League-Ansprüchen denn auch nicht. Vor dem Trainerwechsel von João Alves zu Sébastien Fournier resultierten aus 12 Partien mickrige 2 Punkte.

Der langjährige Servette-Spieler schaffte es zwar, die Equipe zu stabilisieren und vereinzelt die «Grossen» zu ärgern. Letztlich fehlte aber die Qualität, um 2 Jahre nach dem Wiederaufstieg die erstmalige sportliche Relegation aus der obersten Liga zu verhindern (2005 war Servette durch Konkurs aus der Super League verschwunden).

«Servette ist nicht tot»

So packt Servette im Sommer in der Challenge League den 2. Neuanfang nach jenem vor 8 Jahren an. Statt Basel und GC heissen dann die Gegner Wohlen und Biel. Die Genfer hoffen, das Budget nicht kürzen zu müssen. Fournier hat bereits für eine weitere Saison unterschrieben. Es drohen indes Spieler-Abgänge. Xavier Kouassi und Goran Karanovic sind beim FC Aarau im Gespräch.

«Das Ziel heisst Wiederaufstieg. Servette ist abgestiegen, aber Servette ist nicht tot», liess Routinier Tibert Pont am Mittwochabend auf der Lausanner Pontaise verlauten. An jenem Ort, wo Servette vor 14 Jahren seinen letzten Meistertitel errungen hatte.

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Zusammenfassung Lausanne - Servette

3:19 min, vom 29.5.2013