Sforza trotz Horror-Halbzeit gelassen

So hatte sich Ciriaco Sforza sein Super-League-Heimdebüt als Thun-Trainer sicher nicht vorgestellt. Bei der 3:5-Niederlage gegen die Grasshoppers lief bei den Berner Oberländern vor allem in der ersten Halbzeit alles schief. Panik herrscht bei den Thunern aber nicht.

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Zusammenfassung Thun - GC

5:52 min, aus sportpanorama vom 19.7.2015

Nach den ersten 8 Minuten der neuen Super-League-Saison war Thun in der Stockhorn-Arena gegen GC bereits mit 0:2 im Rückstand. Zur Pause stand ein Skore von 1:5 auf der Anzeigetafel. Ein ähnliches Debakel in einer ersten Halbzeit hatten die Berner Oberländer zuletzt vor 8 Jahren in Aarau erlebt, als sie nach 45 Minuten mit 0:4 im Hintertreffen lagen.

Dass dem FCT ein solches Missgeschick aber vor eigenem Anhang unterläuft, ist ungewöhnlich. In den letzten Jahren entwickelte sich der Klub zu einer starken Heimmannschaft, die insbesondere mit einer konstanten Defensive überzeugen konnte.

Für offensive Ausrichtung bestraft

Grund für die Flut an Gegentoren war auch die Taktik des neuen Trainers. Ciriaco Sforza stellte das Team in seinem ersten Liga-Spiel an der Seitenlinie der Thuner sehr offensiv auf. Zum einen tat er dies aus Personalnot, da mit Michael Siegfried und Nicola Sutter gleich 2 zentrale Mittelfeldspieler verletzt ausfallen. Zum anderen entspricht diese Spielweise laut Sportchef Andres Geber Sforzas Philosophie.

«  Ich habe überhaupt kein schlechtes Gefühl. »

Ciriaco Sforza

Die Ideen des neuen Trainers konnten die Thuner Spieler gegen GC zumindest in der ersten Halbzeit noch nicht umsetzen. Die Zürcher nutzten die vielen sich ihnen bietenden Räume aus und zeigten sich im Abschluss zudem eiskalt. Die zwei schnellen Gegentore sorgten bei Thun für zusätzliche Verunsicherung.

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Sforza: «Daraus müssen wir lernen»

0:09 min, aus sportpanorama vom 19.7.2015

Halbzeit 2 macht Hoffnung

Als gutes Zeichen wertet Gerber immerhin den Auftritt nach der Pause. Zwar wirkte GC mit der klaren Führung im Rücken nicht mehr restlos entschlossen, nichtsdestotrotz liessen die Thuner vereinzelt ihre offensiven Qualitäten und damit auch die Handschrift des neuen Coaches erkennen. «Wir liessen und nicht hängen», konstatierte Gerber gegenüber der Berner Zeitung.

Von einer Panik ist auch bei Sforza keine Spur auszumachen. Der Aargauer sah vor allem kleine Dinge, die man korrigieren müsse. Die Mannschaft befinde sich derzeit in einem Prozess: «Mir ist schon klar, dass es noch Zeit braucht. Aber ich habe überhaupt kein schlechtes Gefühl.»

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 19.07.15, 18:15 Uhr