Sion und das Warten auf die Erlösung

Nur einen von zwölf möglichen Punkten geholt und seit nunmehr 360 Minuten ohne Torerfolg: Der FC Sion befindet sich nach 4 absolvierten Super-League-Partien im freien Fall.

Michel Decastel.

Bildlegende: Ungemütliche Lage Michel Decastel und der FC Sion stehen unter Druck. Keystone

«Ich musste vorne etwas ändern», sagte Sion-Trainer Michel Decastel, nachdem seine Mannschaft in Luzern die 3. Niederlage im 4. Meisterschaftsspiel erlitten hatte. Auch die personellen Wechsel in der Offensive brachten aber nicht die erhoffte Erlösung vor dem gegnerischen Tor - der FC Sion ist weiterhin das einzige Team in der Super League, das auf den ersten Treffer wartet.

Xamax hält Negativ-Rekord

Ein Negativ-Rekord ist dies jedoch (noch) nicht: Neuchâtel Xamax war in der Saison 2011/2012 während der kurzen Ära von Bulat Tschagajew in den ersten 5 Spielen ohne Torerfolg geblieben. Damit müssen die Walliser am kommenden Samstag bei den Grasshoppers endlich treffen, soll diese «Bestmarke» der Neuenburger nicht egalisiert werden.

Constantin weilt im Urlaub

Wenn man die Vergangenheit betrachtet, wäre in Sion in einer solchen Situation eigentlich nur eines üblich: ein Trainerwechsel. Präsident Christian Constantin hatte sich Mitte Mai mit Gennaro Gattuso vom bereits 36. Trainer in seiner 15-jährigen Amtszeit getrennt. Doch vor dem Saisonstart liess der 56-Jährige aufhorchen: «Ich wechsle den Trainer die gesamte Spielzeit nicht». Aktuell weilt Constantin in Griechenland im Urlaub.

Decastel in Rage

Trainer Decastel war nach der 0:1-Niederlage in Luzern am Sonntag sichtlich entnervt und sprach von einem «Skandal» und einer «Ungerechtigkeit». Er war der Ansicht, Luzern-Stürmer Dimitar Rangelov habe kurz vor dem 1:0 den Ball mit der Hand berührt. Die TV-Bilder legen indes nahe, dass der Ball an die Schulter des Bulgaren prallte.

Verteidiger Ferati: «Es ist zum Verzweifeln»

Verteidiger Beg Ferati, auf diese Saison hin von Winterthur gekommen, hob zuerst noch das Positive hervor: «Wir haben heute wie auch in allen 4 Spielen defensiv wenig zugelassen.» Doch auch am Ex-Basler nagt die Tor-Misere seines Teams: «Wir schiessen einfach keine Tore. Es ist zum Verzweifeln und zum Kotzen, ehrlich gesagt.»