Skibbe - Saibene: Unterschiedliche Gefühls- und Tabellenlagen

Vor der Partie zwischen GC und St. Gallen dreht sich alles um die Rückkehr von Veroljub Salatic. Dass die Trainer der beiden Teams höchst unterschiedliche Phasen durchleben, gerät dabei fast vergessen.

Michael Skibbe und Jeff Saibene unterhalten sich vor einem Spiel

Bildlegende: Das krisengeschüttelte GC trifft auf das formstarke St. Gallen Michael Skibbe (links) und Jeff Saibene. EQ Images

Ob Salatic spielt, wird sich am Samstagabend auf dem Letzigrund (Anpfiff: 20:00 Uhr) zeigen. GC-Trainer Skibbe wollte seinem nach eigenen Aussagen «netten» Kollegen Saibene keinen Hinweis auf die Aufstellung geben. Der Luxemburger scheint sich ohnehin nicht sonderlich um den Gegner zu kümmern - zumindest vordergründig nicht. «Salatic ist nicht unsere Baustelle», sagte St. Gallens Coach.

Zu gut läuft es den Ostschweizern zurzeit, um auf andere schauen zu müssen. Seit 9 Spielen ist St. Gallen ungeschlagen (2 Cupspiele inbegriffen). Mit einem Sieg könnte das Team der Stunde vorübergehend auf den 2. Tabellenrang vorstossen. Dass der FCSG im Herbst gross auftrumpt, ist nicht neu. Letzte Saison blieb St. Gallen in dieser Jahreszeit während 9 Spielen ohne Niederlage, während die Serie im Jahr 2012 gar 11 Runden lang Bestand hatte. Saibene sagt im Scherz: «Bei 9 hören wir auf.»

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GC-Trainer Skibbe über die Annäherung mit Salatic

0:30 min, vom 7.11.2014

Skibbe unter Zugzwang

Derweil erlebte sein Antipode Skibbe mit dem Theater um Salatic einen unruhigen Herbst. Der Deutsche muss sich dieser Tage permanent den Fragen zu seiner Zukunft stellen. Die Begnadigung des ehemaligen Captains wird in der Öffentlichkeit als Schwächung des Trainers interpretiert.

Während Skibbe die Posse an der Medienkonferenz vom Freitag mit betonter Lockerheit zu kommentieren versuchte («schön, dass wir mit Vero einen Spieler zurückbekommen, der einem Spiel den Stempel aufdrücken kann»), war ihm eine gewisse Anspannung anzumerken.

Dass er nicht mit allzu breiter Brust auftreten kann, ist aber auch der sportlichen Situation geschuldet. GC droht bei einer Niederlage der Absturz ans Tabellenende (falls Luzern zuvor Thun besiegt). Die Lage dürfte bei anhaltender Erfolglosigkeit für den 49-Jährigen noch ungemütlicher werden, als sie schon ist.

Salatic kein Punktegarant

Dass Salatics Anwesenheit auf dem Platz nicht automatisch Punkte garantiert, zeigte sich vor dessen Suspendierung Ende August. Aus 6 Spielen mit dem 28-Jährigen holte GC einen Sieg. In 8 Partien ohne ihn deren zwei. Nach zuletzt einem Punkt aus 4 Spielen kann es aber für die Zürcher eigentlich nur besser werden, auch wenn St. Gallen wohl nicht der ideale Aufbaugegner werden dürfte.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 07.11.14 22:20 Uhr

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Die Irrungen und Wirrungen bei den Grasshoppers

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