Start zur Super League: Die Rollen sind gleich geblieben

Es ist eigentlich wie vor jeder Super-League-Saison: Der FC Basel steigt am Samstag als grosser Favorit in die Meisterschaft. Dahinter rechnen sich ein paar Herausforderer Chancen aus, den Liga-Primus zu ärgern.

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Der FC Basel vor dem Saisonstart

3:43 min, aus sportaktuell vom 18.7.2014

Nicht zum ersten Mal hat der FC Basel einige seiner besten Kräfte in der Sommerpause abgeben müssen (u.a. Yann Sommer und Valentin Stocker). Mit dem Wechsel von Murat Yakin zu Paulo Sousa hat es dazu auf der Trainerbank des Meisters der letzten 5 Jahre eine Rochade gegeben.

Dennoch bleibt der FCB der Kronfavorit auf den Titel. Schliesslich hat man am Rheinknie für rund 12 Millionen Franken neues Spielermaterial geholt, darunter Goalie Tomas Vaclik (Tsch/Sparta Prag) und Stürmer Yoichiro Kakitani (Jap/Cerezo Osaka). Mit der Verpflichtung von Liga-Topskorer Shkelzen Gashi von den Grasshoppers wurde zudem der hartnäckigste Herausforderer der letzten Saison massiv geschwächt.

Zürcher Klubs mit Ambitionen

Trotz des Abgangs von Gashi führt GC das Feld der FCB-Herausforderer an. Die Stadtzürcher, bei denen es zuletzt vor allem in der Führungsetage rumorte, sorgten auf dem Trainerposten frühzeitig für Kontinuität: Michael Skibbe verlängerte seinen Vertrag bis 2016. Dem von Braunschweig gekommenen iranischen Nationalkeeper Daniel Davari kommt die schwierige Aufgabe zuteil, Roman Bürki (neu Freiburg) im Tor adäquat zu ersetzen.

Cupsieger FC Zürich mit Neo-Captain Yassine Chikhaoui sieht sich in der ersten Saisonhälfte mit einem Offensiv-Problem konfrontiert. Die beiden Stürmer Mario Gavranovic und Armando Sadiku fallen mit Kreuzbandrissen zumindest bis zum Jahresende aus. Challenge-League-Topskorer Patrick Rossini (von Schaffhausen) soll in seiner 1. Spielzeit in der höchsten Liga die Lücke schliessen.

Wer bringt Konstanz ins Spiel?

Etwas weniger ambitioniert als in früheren Jahren sind die Ziele bei den Young Boys, die in den ersten Monaten auf zahlreiche verletzte Stammkräfte wie Marco Wöfli, Steve von Bergen oder Milan Vilotic verzichten müssen. Das Erreichen des 3. Platzes wurde dennoch als Devise herausgegeben.

Das Kader des FC Luzern liest sich auch in dieser Saison ziemlich vielversprechend. Die grosse Aufgabe der Innerschweizer wird es sein, mehr Konstanz an den Tag zu legen als noch in der Vorsaison. Gleiches gilt für den FC St. Gallen, der nach einer guten Hinrunde nach der Winterpause nur noch 16 Punkte gewann.

Ruhe und kein Trainer in Sion

Der FC Thun mit Trainer Urs Fischer verpasste in der letzten Saison die internationalen Plätze nur knapp. Auch heuer haben die Berner Oberländer das Potenzial, die grossen Teams zu ärgern. Abstiegssorgen werden sich die Thuner kaum machen müssen. Aarau und Aufsteiger Vaduz sind schwächer einzustufen als der FCT.

Und zu guter Letzt ist da ja auch noch der FC Sion: Die Walliser mit ihrem Präsidenten Christian Constantin hielten sich für einmal auf dem Transfermarkt artig zurück. Chaos-Potenzial hat der Klub aber alleweil. So ist der Trainerstuhl einen Tag vor Saisonstart noch immer nicht besetzt.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 17.07.14 18:00 Uhr