Thuner Energieleistung wird spät belohnt

Der FC Thun hat sich im Lötschberg-Duell dank eines späten Treffers von Christian Schneuwly mit 1:0 durchgesetzt. Der Sieg war der verdiente Lohn für einen engagierten, aber vor dem Tor fahrlässigen Auftritt. Sion enttäuschte nach zuletzt ansprechenden Leistungen.

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SL: Thun - Sion

3:47 min, vom 19.10.2013

Was lange nach einem Spiel der verpassten Chancen für die Berner Oberländer aussah, wurde kurz vor Schluss zum verdienten Sieg: Nach einem Thuner Eckball in der 86. Minute konnten die Walliser nur ungenügend klären, der Ball tropfte vor die Füsse von Christian Schneuwly. Schneuwly, zuvor mehrmals als Zitterfuss vor dem Sittener Gehäuse aufgefallen, hämmerte sich den Chancen-Frust vom Leib und fixierte den Thuner Sieg.

Für die Berner Oberländer war es der erste «Dreier» nach zuvor 4 sieglosen Partien. Der Sittener Aufwärtstrend der letzten Spiele (5 Punkte in 3 Partien) wurde dagegen jäh gestoppt: Sie können am Sonntag vom FC Aarau auf den vorletzten Tabellenrang verdrängt werden. Ernüchternde Aussichten.

Decastels Weckruf verpufft wirklungslos

Mit einem Doppelwechsel zur Pause versuchte Sion-Trainer Michel Decastel eine zuvor ungenügende Leistung zu korrigieren. Die Thuner hatten die 1. Halbzeit klar dominiert und wussten spielerisch zu gefallen, erspielten sich aber – ausser beim Pfostenschuss Dennis Hedigers (35.) – nur wenige klare Torchancen.

Dies änderte sich in Hälfte 2: Die Sittener Hintermannschaft verlor neben dem kaum vorhandenen offensiven auch noch den defensiven Faden; Thun kam zu mehreren Grosschancen - und nutzte keine davon.

Thun mit spätem Lohn

Nachdem die Thuner weiter Chance um Chance ausgelassen hatten, wurden sie in der 72. Minute fast bestraft: Sittens australischer Spielmacher Dario Vidosic wühlte sich durch den Sechzehner, sein Abschluss kullerte an den Pfosten. Als das torlose Unentschieden besiegelt schien, wurde Christian Schneuwly doch noch zum Matchwinner.

Für die Thuner dürfte der späte Sieg eine Genugtuung sein: Wie so oft in dieser Saison waren sie auf dem besten Weg, für maximalen Aufwand minimal belohnt zu werden.