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UEFA Frauen-EURO 2017 Bedrückte Stimmung bei den Schweizerinnen

Am Tag nach der bitteren Niederlage gegen Österreich bat Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg nur die Ersatzspielerinnen zum Training. Die Stimmung unter den Schweizerinnen war immer noch bedrückt.

Legende: Video Voss-Tecklenburg: «Standen uns selber im Weg» abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 19.07.2017.

Viel geschlafen hat Martina Voss-Tecklenburg in der letzten Nacht nicht. Über 3 Stunden habe sie sich im Bett gewälzt, sich viele Gedanken zum Spiel gemacht, sagte die Nationaltrainerin 16 Stunden nach der bitteren Niederlage gegen Österreich.

«Zu einem grossen Teil sind wir an uns selbst gescheitert. Wir waren sehr nervös, haben Fehler gemacht, die uns sonst nicht passieren. In den Zweikämpfen waren wir nicht präsent», konstatierte sie.

Viele Fragen, noch keine Antworten

Antworten auf die vielen Fragen hat Voss-Tecklenburg noch keine gefunden. Sie werde viele Gespräche führen, das Spiel nochmals in Ruhe anschauen und analysieren. Sie wolle auch sich selbst und ihre Vorbereitung hinterfragen und dann Schlüsse ziehen.

Der Sieg Österreichs war verdient, der Auftritt der Schweiz teilweise blutleer. Die Schweizerinnen fanden gegen die aggressiv zu Werke gehenden Österreicherinnen kaum ein Mittel, so dass am Ende trotz 63 Prozent Ballbesitz und 54 Prozent gewonnenen Zweikämpfen nur zwei Schüsse auf das gegnerische Tor standen.

Könnte sein, dass wir mit der Favoritenrolle nicht klargekommen sind.
Autor: Martina Voss-Tecklenburg

«Ich kann es zwar nicht belegen, aber eine Erklärung könnte sein, dass wir mit dem Druck und der Favoritenrolle tatsächlich nicht klargekommen sind. Wir spielten nicht so, wie wir uns das vorgenommen hatten und kamen da an eine Grenze. Aus dieser Spirale sind wir nicht mehr herausgekommen, auch nicht durch unsere Leistungsträgerinnen», analysierte Voss-Tecklenburg.

Kiwic gesperrt, Abbé angeschlagen

Im Hinblick auf das zweite Gruppenspiel gegen Island ist klar, dass Rahel Kiwic nach ihrer Roten Karte ein Spiel gesperrt fehlen wird. Captain Caroline Abbé ist nach einem Schlag auf den linken Unterschenkel angeschlagen und für das Island-Spiel fraglich. In der Innenverteidigung wird es also Wechsel geben. Gut möglich, dass Jana Brunner von Beginn weg spielen wird und dass es auch auf anderen Positionen zu Wechseln in der Startelf kommen wird.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 18.7.2017, 17:30 Uhr

4 Kommentare

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  • Kommentar von Oswald Brülhart (osi)
    Kopf hoch, liebe Frauen. An der Fussball WM in Südafrika hat die Schweiz das erste Spiel gegen Spanien gewonnen und sich nicht für die nächste Runde qualifiziert. Die unterlegenen Spanier hingegen wurden Weltmeister! Es liegt also noch alles drin. Also dann, mit frischem Elan an die nächste Aufgabe. Go for it !!! Wir stehen hinter euch.
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Ich weiss auch nicht, was die Ursache zum untypischen Spiel der Schweizer Mannschaft ist. Falls spekulieren erlaubt ist: Trotz häufiger Aussage, dass das wichtigste Spiel gegen Österreich sei wurde betont, die beste Mannschaft in der Gruppe sind die Franzosen. Und gegen Island gewinne man beim vorbeigehen. Waren die Gedanken schon beim Frankreichspiel und beim Viertelfinal anstelle auf dem Platz? Frankreich hat nur dank höflichem Elfmeter gewonnen. Die EM beginnt nun neu für das Schweizer Team!
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  • Kommentar von Felix von Wartburg (felitsche)
    Wie wunderbar grenzt sich der Kommentar der Frauen-Nati-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg von den so grenzenlos abgehobenen Kommentaren ihrer männlichen Berufskollegen ab. Das ist mit ein Grund, warum ich (als Mann) den Frauenfussball so schätze. Hier geht es um Sport, Spiel, Spass, Gefühle und Emotionen. Bei den Männern geht es um Geld, Macht und beinahe kriegerische Auseinandersetzungen. Im Frauenfussball wird es wohl nie fanatische Hooligans und Petardenwerfer geben. Frauen mögen das nicht.
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