Panamas Phantomtor sorgt für rote Köpfe

Panama hat sich erstmals für eine WM qualifiziert – allerdings könnte ein skurriles Nicht-Tor der Mittelamerikaner noch zum Politikum werden.

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Bildlegende: Infight Im Spiel zwischen Panama (Rot) und Costa Rica wurde hart gekämpft. Reuters

Der Mittwoch wurde von Panamas Staatspräsidenten zu einem nationalen Feiertag ausgerufen: Dank eines 2:1 gegen Costa Rica hatte sich das Land zum ersten Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert.

Es besteht allerdings die Gefahr, dass sich die 4 Millionen Einwohner zu früh gefreut haben. Schliesslich landete Panama nicht nur wegen des Patzers der USA (1:2 bei Trinidad und Tobaga) auf dem 3. Platz der Qualifikation in Nord- und Mittelamerika.

Erinnerungen an Bayerns Helmer werden wach

Panama profitierte von einem «Phantomtor», das stark an den irregulären Treffer von Bayerns Thomas Helmer 1994 erinnert. Der Ball von «Torschütze» Gabriel Torres (Lausanne) wurde vor der Linie geklärt, anschliessend stocherte Blas Perez den Ball deutlich am Pfosten vorbei. Trotzdem entschied der gu­a­te­mal­te­kische Schiedsrichter Walter Lopez auf Tor. Es war das zwischenzeitliche 1:1.

Ein Protest der USA oder von Honduras, das als Viertplatzierter in die Barrage müsste, erscheint wahrscheinlich. Am Ende muss sich wohl der Kontinentalverband Concacaf oder sogar die Fifa mit dem Fall beschäftigen. Beim Phantomtor Helmers wurde damals ein Wiederholungsspiel angesetzt.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 11.10.2017 06:05 Uhr