WM-Stadion auf Schlachtfeld: «Jeder Millimeter in Blut getränkt»

Weltkriegsbomben und Skelettteile: Der Bau des WM-Stadions in Wolgograd ist für die Arbeiter eine psychische Belastung.

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WM 2018: Heikle Bauarbeiten in Wolgograd

1:18 min, vom 26.8.2017

Wenn seine Bauarbeiter auf eine Weltkriegsbombe stossen, reagiert Sergej Kamin in 3 Schritten: «Zuerst bist du überrascht. Dann hast du Angst. Dann holst du die Spezialisten.»

Kamin ist Chef des Stadionbaus in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad. Im 2. Weltkrieg fand dort von 1942 bis 1943 eine der blutigsten Schlachten der Geschichte statt. Die Zahl der Toten wird auf mindestens 700'000 geschätzt.

Das Stadion für die WM 2018 wird am Wolga-Ufer errichtet, wo die Kämpfe besonders heftig tobten. Erschwerend kommt hinzu: Es wird tiefer gegraben als normal. Das Stadion wird leicht versenkt, damit es dereinst nicht das Gedenk-Memorial «Mutter Heimat» verdeckt.

Bisher wurden schon über 200 Bomben oder andere Waffen gefunden. Auch die Überreste sowjetischer Gefallener wurden ausgegraben. «Jeder Millimeter Boden ist hier mit Blut durchtränkt», sagt Gouverneur Andrej Botscharow.