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Leichtathletik Armin Hary: Zweimal 10 Sekunden für die Ewigkeit

Vor genau 55 Jahren bescherte ein deutscher Sprinter dem Zürcher Leichtathletikmeeting einen legendärer Weltrekord: Armin Hary lief die 100 Meter als Erster in handgestoppten 10 Sekunden - und das gleich zweimal.

Legende: Video Armin Harys Rekordläufe (Tagesschau-Beitrag vom 17.08.2010) abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 21.06.2015.

Am Abend des 21. Junis 1960 erlebte das Leichtathletikmeeting in Zürich seine wohl grösste Sternstunde. Auf der Aschenbahn im Letzigrund legte der spätere Olympiasieger Armin Hary die 100 Meter als erster Mensch in 10 Sekunden zurück - Weltrekord!

Weil die Wettkampfjury aber an einen Fehlstart glaubte und die Zeit annullierte, trat der mittlerweile 78-Jährige eine halbe Stunde später noch einmal an. Und wieder wurde seine Zeit bei 10 Sekunden gestoppt.

Rücktritt mit 24 Jahren

Damit ist Hary nicht nur der letzte Deutsche, sondern auch der letzte Europäer, der den 100-m-Weltrekord gehalten hat. Nur ein Jahr später und nach dem Gewinn zweier Olympischer Goldmedaillen (100 m/Staffel) trat der damals 24-Jährige allerdings zurück. Und hatte dafür eine verblüffend einfache Erklärung: «Ich hatte alle Ziele erreicht.»

Als einziger weisser Sprinter weltweit lief der Franzose Christoph Lemaitre (9,92 Sekunden) die 100 Meter im Jahr 2011 unter 10 Sekunden.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs. Rast, 8200 Schaffhausen
    Man stelle sich vor, der Hary wäre auf einer heutigen bahn und mit den heutigen trainingsmethoden gerannt, dann hätte der Usain Bolt keine Chance gehabt. Was ich nicht wusste ist, dass er sogar zweimal! diese zeit erreicht hat. Da hat Zürich wohl ein bischen geschummelt.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Zu Hary gibt es noch diesen Sportwitz: Da will einer kurz im See schwimmen und legt seine Kleider am Ufer ab. Bevor er hineingeht, schreibt er auf einem Zettel: Stehlen zwecklos - Bubi Scholz, Box- Europameister. Als er zurückkommt, sind seine Kleider weg und er sieht auf einem anderen Zettel geschrieben: Nachlaufen zwecklos - Armin Hary, Weltmeister im Laufen. - Diese Geschichte zeigt, wie populär Hary war - genauso wie Scholz -, obwohl er bei den Funktionären als "schwierig" galt.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    "Ich hatte alle Ziele erreicht" - das hat gestimmt. Er war 1958 bei der EM über 100m sowohl Einzel- als auch Staffelsieger geworden, das Gleiche gelang ihm 1960 bei den OS in Rom, dank der Mithilfe der disqualifizierten Amis. - Was weniger bekannt ist: Der zweite Lauf in Zürich konnte nur stattfinden, weil mindestens zwei weitere Läufer sich wie vorgeschrieben bereit erklärten: Harys Landsmann Schüttler und der Schweizer Müller. Der Weltrekord ist auch diesen beiden zu verdanken.
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