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Deutliche Worte von Hussein «Jetzt müssen alle endlich den Verstand einschalten»

Im Instagram-Chat findet Leichtathlet und Arzt Kariem Hussein deutliche Worte. Es ist ein eindringlicher Appell.

Kariem Hussein.
Legende: Kann das Verhalten vieler Menschen nicht nachvollziehen Kariem Hussein. Keystone

Eigentlich wollte Kariem Hussein keinen Appell an die Bevölkerung richten – und tat es dann doch. «Es müssen endlich alle den Verstand einschalten und aufhören, rauszugehen! Um das zu verstehen, muss man kein Arzt sein», mahnt der Thurgauer.

Kopfschütteln bei Hussein

Er habe am Mittwoch und am Donnerstag gesehen, wie in Gruppen trainiert oder Basketball gespielt wurde. «Es macht mich einfach hässig. Ich habe sie angesprochen, aber als Antwort kam ein dummer Spruch», berichtet Hussein. «Es ist eine Illusion, dass die Krankheit nur ältere und kranke Leute betrifft. Das sollte mittlerweile jeder verstanden haben.»

Es braucht wohl Strafen, sonst werden es einige nicht lernen.

Der Hürdenläufer hat die Hoffnung fast aufgegeben, dass die offiziellen Appelle etwas bringen. «Solange viele Leute nicht direkt betroffen sind, scheren sie sich nicht um die Vorschriften. Genau deswegen wird es am Ende eine Ausgangssperre geben», ist Hussein überzeugt. «Es braucht wohl Strafen, sonst werden es einige nicht lernen.»

In Kairo in Quarantäne

Hussein selbst hat turbulente Tage hinter sich. Vor rund zwei Wochen reiste er ins Trainingslager nach Kairo in Ägypten. Dort war weniger das Coronavirus Thema, als vielmehr der Niederschlag. «Es regnete so viel wie seit 130 Jahren nicht mehr», berichtet der 31-Jährige. Aufgrund der Überschwemmungen konnte er das Haus zwei Tage nicht verlassen, auch der Strom fiel aus. «Ich war also quasi in Quarantäne – wenn auch aus einem anderen Grund.»

Für Hussein stünden mit den Olympischen Spielen in Tokio und der EM in Paris in diesem Jahr zwei Grossanlässe an. Was daraus wird, daran verschwendet er derzeit keine Gedanken. «Es ist irrelevant zu überlegen, was sein wird, reine Energieverschwendung.» Der Ostschweizer nimmt Tag für Tag, passt sein Training an, trainiert zuhause oder macht Hügelläufe.

Sollte die Ausgangssperre kommen und länger dauern, wird uns das auch vor soziologische und psychische Probleme stellen.

Von seinen Erfahrungen als Spitzensportler sollen in diesen schwierigen Zeiten auch andere profitieren. «Wir sind dabei, etwas auf die Beine zu stellen. Die Übungen sollen dann für alle gratis zugänglich sein», verrät Hussein.

Es gehe dabei nicht nur ums Fitbleiben. «Sollte die Ausgangssperre kommen und länger dauern, wird uns das auch vor soziologische und psychologische Probleme stellen. Da ist es wichtig, sich regelmässig zu bewegen.»

Video
Das ganze Insta Live mit Kariem Hussein
Aus Sport-Clip vom 20.03.2020.
abspielen

sportpanorama plus, 15.3.2020, 17:40 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Meine Erfahrung: scharenweise Jugendliche in Coop/Migros und 30 Senioren am Einkaufen.
    Leider wurde/ wird kommuniziert, dass nur Alte/ Geschwächte krank werden. Ist nicht so. Die erwischt es generell nur schneller und massiver. Ob Sie auf der ips landen oder nur auf der Station, weiss niemand. Vielleicht sollte mal nach dem Alter der hospitalisierten gefragt werden.
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  • Kommentar von Yves Juillard  (Yves Juillard)
    Ich mag das Vorgehen der Östereicher. Dieses ganze Gerde und macht bitte mit und wir haben unsere Demokratie und lassen den Menschen Selbstverantwortung... Na ja. Selbst die Entscheidungsträger haben nicht den Mut hinzustehen und klar durchzugreifen.
    Ich muss weiterhin raus gehen und mich mit Menschen treffen. Ich wollte nie Füsilier werden. Heute bin ich Kanonenfutter für die stabilisierung der Wirtschaft. Nur dem Geld wegen. Menschenleben werden hier geopfert. Gruss von der Baustelle.
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    1. Antwort von jean-claude albert heusser  (jeani)
      Es ist schon ein Armutszeugnis für die freie Schweiz, dass die vielepriesene "Selbstverantwortung" ganz schlicht gesagt "nicht funktioniert"!
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    2. Antwort von Felix Kübler  (Chübelwage)
      Nur weil nicht sofort und jederzeit 100 Prozent bei etwas mitmachen, heisst das noch lange nicht, dass die Selbstverantwortung nicht funktioniert.
      Nun, die einen mögen den Verordnungsstaat lieber, das war schon immer so und wird immer so bleiben.
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, es wird so oder so viele Tote geben. So wurden beispielsweise in der Schweiz Organ-Transplantationen ausgesetzt. Jetzt sterben Leute, weil sie nicht rechtzeitig ein neues Organ erhalten. Bereits hat auch das Frauenhaus in Zürich Alarm geschlagen. Das rumsitzen zuhause bringt manche an den Anschlag und so kommt es zu gewalttätigen Ausbrüchen die früher oder später Tote fordern werden. Die Situation ist schwierig, aber die angeordneten Massnahmen fordern auch ihre Opfer.
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