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Kambundji: «Wäre gerne etwas besser gelaufen, aber es ist ganz okay»
Aus Sport-Clip vom 22.07.2022.
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Kambundji und ihr Trainer «Ein Stück Pizza» nach dem 200-m-Sprint «auf Stöckelschuhen»

Das Schweizer Sprint-Ass sowie sein Betreuer Adrian Rothenbühler ziehen nach dem 8. Platz über 200 Meter eine 1. Bilanz.

«Ich weiss, es ist nicht schlecht», liess sich Mujinga Kambundji nach ihrem Rennen und dem 8. Rang im Sprintfinal der Frauen über 200 Meter zitieren. Und doch schwang in der Aussage der 30-Jährigen jene Portion Enttäuschung mit, die von einer Schweizer Sprinterin zu erwarten ist, die im Halbfinal noch mit nationalem Rekord auch die eigene Erwartungshaltung in die Höhe geschraubt hatte.

Die Kurve als Zünglein an der Waage

«Ich konnte 160 Meter lang mithalten, danach zog die Konkurrenz davon», resümierte die Bernerin ihren Auftritt. Diese Aussage deckte sich mit jener ihres Trainers Adrian Rothenbühler, der ebenfalls erkannte, dass Kambundji an jener Stelle wohl «zu viel Aufwand betrieben hat». «Am Schluss trug sie Stöckelschuhe, sie kam kaum mehr vorwärts.» Zu diesem Zeitpunkt haben ihre Kontrahentinnen über ihre Schrittlänge den Unterschied gemacht, bilanzierte ihr Trainer.

Auch Rothenbühler machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. «Ich habe nicht von einer Medaille, aber von einer anderen Zeit geträumt.» Doch trotz aller Disziplin und der Härte seines Urteils – in der Rothenbühler auch den Erfolg Kambundjis ortet – liess er durchblicken: «Wir werden jetzt ein Stück Pizza essen, dann geht es uns wieder besser.»

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Rothenbühler: «Sie hat in der Kurve vielleicht zu viele Körner vergeben»
Aus Sport-Clip vom 22.07.2022.
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Konstant an der Weltspitze

«Die Zeit und der Rang hören sich nicht so gut an. In Erinnerung wird die Teilnahme am WM-Final bleiben», sagte hingegen Kambundji selbst, die für die Teilnahme an der Entscheidung zwei Tage zuvor im Halbfinal die Strecke sensationell in 22,05 Sekunden gelaufen war. Seit der WM 2019 in Doha, wo sie in einem ausgedünnten Feld Bronze über 200 m gewann, verpasste Mujinga Kambundji weder an Olympischen Spielen noch an Weltmeisterschaften einen Final im Sprint.

«Das Niveau wird immer höher, die Spitze immer breiter. Es macht mich stolz, dass ich da mithalten kann», betonte sie. «Platz 5 im 100-m-Sprint und der Schweizer Rekord im Halbfinal über 200 Meter sind meine beiden Highlights der Sprints von Eugene.»

Sofern ihre Kolleginnen im Vorlauf die erhoffte Leistung erbringen, bietet sich Kambundji in der Nacht auf Sonntag im Final mit der 4x100-m-Staffel die Chance, ihre WM doch noch mit einer Medaille zu krönen. Mit der Wut und einem Stück Pizza im Bauch – oder so.

SRF zwei, sportlive, 22.07.22, 02:00 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Räz  (urazzoni)
    An den Leistungen Mujinga Kambunjis gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Sie gehört zu den schnellsten Frauen der Welt, im 100m- und im 200m-Lauf, und dies konstant. Wenn etwas nicht supersuper läuft, sind sie und Adrian Rothenbühler die ersten, die kritisch mit einzelnen Leistungen umgehen.
    Dazu kommt noch ihr selbstbewusstes und dennoch bescheidenes und natürliches Auftreten. Das Ganze macht einfach Freude!
    1. Antwort von Markus Erb  (Erb77)
      Einverstanden. Als ehemaliger Sprinttrainer erachte ich Bahn 1, aufgrund der dortigen engen Kurve, als nachteilig. Dies sieht man gut beim 200m-Final der Männer, wo der Athlet auf Bahn 1 auch ca. 0.5 Sek. verliert. Die Leistung auf dieser Bahn 1 ist daher hoch einzuschätzen!! Mujinga Kambundji wird auf der EM auf Augenhöhe mit Dina Asher Smith laufen, wenn sie analog zum WM-Titel ihr Kämpferherz auspackt und daran glaubt. Herzliche Gratulation an Mujinga Kambundji, ihren Trainer & ihr Umfeld!