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Leichtathletik Zu schnell, um wahr zu sein? 400-m-Weltrekord feiert Jubiläum

Vor 30 Jahren lief die Deutsche Marita Koch unglaubliche 47,60 Sekunden über 400 m. Ein Weltrekord für die Ewigkeit, der heute zwar noch Bestand hat, aber längst nicht mehr unumstritten ist.

Legende: Video Kochs Weltrekord über 400 m 1985 abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 05.10.2015.

Am 6. Oktober 1985 lief Marita Koch in Canberra die 400 m in 47,60 Sekunden. Ein Weltrekord, so unglaublich wie umstritten. Bis heute blieb die Zeit unerreicht und geht wohl als Resultat des systematsichen Dopings in der DDR hervor.

«Viele meinen, etwas über mich aus irgendwelchen komischen Unterlagen zu wissen. Die belegen überhaupt nicht, was man wirklich gemacht hat», sagte jedoch Koch. Dokumente belegen allerdings, dass sie beim Weltrekord hohe Mengen des Anabolikums Oral-Turinabol zur Leistungssteigerung verabreicht bekommen hat.

Läuferin.
Legende: Hält den ältesten Weltrekord Jarmila Kratochvilovas Zeit über 800 m ist seit 32 Jahren unangetastet. Imago

Doch die ehemalige Sprinterin, die insgesamt 17 Weltrekorde aufstellte, bestreitet, die unerlaubten Mittel geschluckt zu haben. Sie sei «immer clean» gewesen, sagte die Olympiasiegerin von Moskau 1980.

Kochs Zeit über 400 m ist bis heute der zweitälteste Weltrekord der Leichtathletik-Geschichte. Am 26. Juli 1983 lief Jarmila Kratochvilova (Tschechoslowakei) in München die 800 m in 1:53,28 Minuten. Seitdem war keine Frau mehr schneller.

Die schnellsten 400-m-Zeiten seit 2000

48,70 s
Sanya Richards (USA)
2006
48,89 s
Ana Guevara (Mex)
2003
49,07 s
Tonique Williams-D. (Bahamas)
2004
49,16 s
Antonina Kriwoschapka (Russ)
2012
49,26 s
Allyson Felix (USA)
2015
49,28 s
Julija Guschtschina (Russ)
2012
49,28 s
Lorraine Fenton (Jam)
2002
49,32 s
Shericka Williams (Jam)
2009
49,33 s
Amantle Montsho (Botswana)
2013
49,35 s
Anastasija Kapatschinskaja (Russ)
2011

7 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Klartext: In der Deutschen Drogen-Republik (DDR) haben ALLE gedopt, und wer nicht spurte, wurde ausgeschlossen. Das musste sogar die mehrfache Schwimm-Olympiasiegerin Kornelia Ender erfahren,die sich weigerte, neue Präparate an sich auszuprobieren, und deshalb 1980 an den OS in Moskau nicht mehr teilnehmen durfte. Der Skisprung-Olympiasieger H.-G. Aschenbach, der sich noch vor der Wende in den Westen absetzte, hat 1989 als Erster bekanntgegeben, dass in der DDR massiv gedopt wurde.
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  • Kommentar von P. Stalder, Luzern
    Handelt es sich bei dieser DDR-Person um eine Frau oder einen Mann????
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  • Kommentar von Robert Anton, Thun
    Die Dopingverseuchung ist in der Leichtathletik umfassend. Der ehemalige Chef des "Balco-Labor"( bekannt durch ungezählte amerikanische Doper) hat offen gesagt, dass er sich an keine amerikanischen Sprint - Olympiamedalliengewinner/innen der letzten 20 Jahren erinnern kann, welche nicht gedopt gewesen seien. Man denke an Florence Griffith-Joyner, deren Rekorde ewig Bestand haben werden oder an Michael Johnson, der über 200m an Olympia 5 Zehntel schneller läuft als je zuvor.....
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