Armbrustschiessen - keine Sportart für Ruhelose

Dank der Tell-Legende und der darin enthaltenen Szene mit dem Apfelschuss ist die Armbrust weitherum bekannt. Mittlerweile ist das Armbrustschiessen zu einer modernen Sportart geworden - mit Weltrekordhalter aus der Schweiz.

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Urchige Schweizer Sportart: Armbrustschiessen

4:34 min, aus sportlounge vom 29.9.2014

Die Armbrust, die aus dem Bogen entwickelt wurde, war schon im alten China bekannt. Später übernahmen sie die Römer vermutlich aus dem Orient. Sie brauchten sie als leichte Hand- oder schwere Wagenwaffe.

Archäologische Funde aus der Schweiz reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die Blütezeit der Armbrust begann im späteren 14. Jahrhundert. Nach 1400 wurden zahlreiche Schützengesellschaften gegründet.

In der Schweiz rekrutierten sich daraus die sogenannten «Stachelschützen», benannt nach dem Stachel, dem Spannhebel, der zum Spannen der Sehne dient. Diese jungen Burschen spielten im Befreiungskampf der Alten Eidgenossen eine wichtige Rolle.

Bekanntheit dank dem Apfelschuss

Populär in der Schweiz wurde die Armbrust durch die Tell-Legende. Diese wurde erstmals 1472 niedergeschrieben, so richtig bekannt aber eigentlich erst mit dem Drama, das Friedrich Schiller 1804 fertigstellte.

Die Sage vom Apfelschuss stammt jedoch aus Dänemark und wurde von Schweizer Chronisten des 15. Jahrhunderts einfach zur Ausschmückung ihrer Befreiungssagen übernommen.

Ursprünglich also eigentlich nicht schweizerisch, wurde die Armbrust zu einer Art Identifikationssymbol für die Schweiz, was sich auch im Label zeigt, in dem die Armbrust als Gütezeichen für Schweizer Qualität steht.

Technische Sportart

Heute ist das Armbrustschiessen zu einem modernen Sport mit einem technisch ausgeklügelten Sportgerät geworden. Geschossen wird dabei mit der Matcharmbrust über 10 und 30m.

Das Ziel des Schützen ist, möglichst oft die 10 in der Mitte der Scheibe zu treffen. Er erreicht das, indem er den Bolzen auf den installierten Scheibenzug schiesst, dann die Scheibe zurückfahren lässt, den Bolzen herausschraubt und eine neue Zielscheibe in den Scheibenzug einspannt.

Schweizer mit Bestwerten

Es gibt verschiedene Kategorien, zum Beispiel: 30m offen, für Frauen und Männer, 10m Frauen, 10m Herren, kniend oder stehend.

Ein Wettkampf über 30m umfasst bei Schweizer und internationalen Meisterschaften 30 Schuss, das ergibt ein Maximum von 300 Punkten. Den Kniend-Weltrekord halten u.a. eine Schweizerin und ein Schweizer, Monika Zahnd und Simon Beyeler, mit sagenhaften 298 Punkten.

Sendebezug: SRF zwei, sportlounge, 29.09.2014, 22:25 Uhr.