Ungetrübte Zuversicht – auch ohne Leaderin Selina Gasparin

Mit einem 13. Platz in der Mixed-Staffel sind die Schweizer Biathleten in Östersund durchzogen in den Weltcup gestartet. In den nächsten Rennen an gleicher Stätte dürfen laut Teamchef Markus Regli aber durchaus bessere Resultate erwartet werden – auch ohne Selina Gasparin.

Elisa Gasparin beim Weltcup in Ruhpolding vergangenen Winter.

Bildlegende: Ziel vor Augen Elisa Gasparin beim Weltcup in Ruhpolding vergangenen Winter. Keystone

Noch 6 Rennen stehen für die Schweizer Biathleten in Östersund bis am nächsten Sonntag an. Beim Einzelstart über 20 km der Männer am Mittwoch liegen die Hoffnungen im Schweizer Lager vor allem auf Benjamin Weger.

«Ich bin überzeugt, dass er eine gute Saison zeigen kann», gibt sich Biathlon-Chef Markus Regli zuversichtlich. Wichtig sei, dass Weger einen guten Start in den Weltcup erwische und beim Schiessen schnell reinkomme. Für den Walliser, der vor allem im Winter 11/12 mit 3 Podestplätzen auf sich aufmerksam machte, sei es aber das vordergründige Ziel, eine «stabile Saison» abzuliefern. Regelmässige Top-10-Platzierungen – wobei nicht nur Weger, sondern das ganze Team gefordert sind – erachtet Regli als realistisch.

Baby-Pause beim Schweizer Zugpferd

Bei den Frauen ist die Abwesenheit von Teamleaderin Selina Gasparin das Hauptthema. Die älteste der drei Gasparin-Schwestern, die an den Olympischen Spielen in Sotschi im Einzel überraschend die Silbermedaille gewann, legt in der aktuellen Saison eine Baby-Pause ein. Neben der ganzen Freude für Selina bedaure er natürlich trotzdem ihre Abwesenheit, meint Regli. «Wir alle wissen, dass Selina dieses Jahr sehr viele Möglichkeiten gehabt hätte. Aber das ist nun auch eine Chance für unsere jungen Athletinnen.»

Elisa Gasparin als Hoffnungsträgerin

Gemeint sind damit vor allem die zwei Schwestern von Selina, Elisa und Aita. In Sotschi konnte Elisa Gasparin mit dem 8. Rang im Sprint zeigen, was in ihr steckt. «Elisa hat ihr Potenzial schon im letzten Winter punktuell aufgezeigt», erkennt auch Regli ihre aufsteigende Form an. Mehrmals habe sie angedeutet, dass sie sich unter den besten 10 klassieren könne. Als beste Schützin im Schweizer Team habe sie aber im läuferischen Bereich noch Luft nach oben.

In der Vorbereitung wurde Elisa Gasparin von einer Nervenentzündung im Fuss ein wenig behindert. Im Sommer habe sie aber trotzdem gut trainieren können, sagt Regli und fügt an: «Jede Saison ist für diese jungen Frauen ein weiteres Lehrjahr. Ich bin überzeugt, dass in diesem Winter wieder etwas gehen wird.»

Wichtiger Saisonstart im Hinblick auf die WM

In Östersund gilt es für die Schweizer Biathleten nun, die Zuversicht von Team-Chef Regli zu rechtfertigen und entsprechende Taten folgen zu lassen. Mit der WM im finnischen Kontiolahti steht im März der grosse Saison-Höhepunkt an. Nach dem Edelmetall von Selina Gasparin in Sotschi erhofft sich Regli auch bei den Männern einen ähnlichen Coup. «Es ist für uns ein wichtiges Ziel, bei einem Grossanlass wieder mal ein Highlight zu setzen», gibt er die Marschroute vor.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Abendbulletin, 02.12.2014 17:17 Uhr

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