Der «Wikinger» im Sägemehl

Florian Hofmann ist einer von 3 Ausland-Schwingern am Eidgenössischen 2013. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz strebt der Norwegen-Auswanderer die Teilnahme an den Sonntags-Gängen an und freut sich auf die Schweizer Küche.

Florian Hofmann arbeitet in einem Sport-Gymnasium als Küchenchef.

Bildlegende: Der Meister in seinem Reich Florian Hofmann arbeitet in einem Sport-Gymnasium als Küchenchef. zvg

2009 zog es Hofmann aus dem Oberaargau nach Norwegen. Seine damalige Freundin und jetzige Frau Eliane hatte sich über Jahre in das Land der Fjorde verliebt - und der dreifache Kranzschwinger folgte seiner Liebe in die neue Heimat.

Judoka als Trainingspartner

In Südnorwegen fand er zwar viele Bäume, aber keine Sägemehlringe vor. So ist Hofmann beim Training auf sich alleine gestellt. «Es gibt zwar einen Judo-Kämpfer, mit dem ich trainieren kann. Ansonsten verbringe ich viel Zeit im Kraftraum», sagt der 31-Jährige.

Immerhin, um Gewichte zu stemmen hat der Berner beste Voraussetzungen. Als Küchenchef arbeitet er am Sport-Gymnasium von Tonstad, wo er für das Wohl künftiger Biathlon- und Langlauf-Olympioniken sorgt - und den Kraftraum benutzen darf.

Trainingswoche mit Berner Schwingern

In Burgdorf will Hofmann am kommenden Wochenende den 2. Tag erreichen. «Vor 3 Jahren in Frauenfeld verpasste ich die Sonntags-Gänge um einen Viertelpunkt. Mein Ziel ist es, diesmal auch am Sonntag mit zu schwingen.» Um dies zu erreichen, hat der leidenschaftliche Hundeschlitten-Fahrer Anfang August 4 Berner Schwinger, darunter den aufstrebenden Florian Gnägi, zu sich nach Norwegen eingeladen. Zusammen absolvierte die Truppe ein einwöchiges Trainingscamp.

Florian Hofmann besitzt selbst 3 Schlittenhunde und steht in seiner Freizeit gerne auf dem Schlitten.

Bildlegende: Unterwegs mit Huskies Florian Hofmann besitzt selbst 3 Schlittenhunde und steht in seiner Freizeit gerne auf dem Schlitten. zvg

In Burgdorf fürchtet der Vater von einjährigen Zwillings-Buben keinen Gegner. «Es ist eine Ehre, am Eidgenössischen zu schwingen. Egal gegen wen man antreten muss.» Dennoch: «Wenger Kilian oder Stucki Christian müssten es zu Beginn nicht unbedingt sein», sagt er mit einem Lächeln.

Lust auf Landjäger und Rivella

Freuen tut sich der Mann aus dem 20-Seelen-Dorf Tveiten auf die Rückkehr ins Schweizer Sägemehl sowieso. An Norwegen schätze er zwar die Familienpolitik und die Freiheit («es gibt kaum Zäune hier»), aber aus der Heimat vermisse er vor allem Kulinarisches. «Guten Käse, einen Landjäger oder eine geräucherte Hamme...und Rivella. Das fehlt mir hier oben», sagt Hofmann. Im Burgdorfer Gabentempel dürfte sicher etwas nach dem Gusto des Auswanderers bereit liegen.

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Alles bereit fürs Eidgenössische: Die Emmentaler-Arena

1:35 min, vom 25.8.2013

Auslandschwinger in Burgdorf

Am Eidgenössischen 2013 nehmen nebst Florian Hofmann noch 2 weitere Auslandschwinger teil. Roger Badat und Daniel Kundert aus Kanada sicherten sich ihren Platz in einer internen Ausscheidung, Hofmann darf teilnehmen, weil er im Mai am Oberaargauischen Schwingfest 3 Gänge gewinnen konnte.