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Kunstturnen Baumann holt EM-Bronze am Pauschenpferd

Christian Baumann hat den Schweizer Kunstturnern an der Heim-EM in Bern eine weitere Medaille beschert. Der 21-jährige Aargauer nutzte die Patzer seiner Konkurrenten gnadenlos aus. Pablo Brägger ging leer aus.

Legende: Video Baumann holt EM-Bronze am Pauschenpferd abspielen. Laufzeit 4:43 Minuten.
Aus sportaktuell vom 29.05.2016.

Die ersten drei angetretenen Athleten am Pauschenpferd verzeichneten alle einen Sturz. Schon da waren die Medaillen-Chancen von Christian Baumann, der in der Qualifikation Achter geworden war, drastisch gestiegen.

Nachdem auch Topfavorit Louis Smith (Gb) vom Pferd steigen musste, schlug die Stunde von Baumann. Der Aargauer zog seine Übung souverän durch, erhielt dafür 14,900 Punkte und durfte sich dank diesem Wert über die Bronzemedaille freuen. Den Sieg sicherte sich Harutjan Merdinjan aus Armenien (15,366) vor dem Russen David Beljawski (15,233).

Am Pferd hätte ich am wenigsten mit einer Medaille gerechnet.
Autor: Christian Baumann
Legende: Video Baumann: «Konnte taktisch vorgehen» abspielen. Laufzeit 2:56 Minuten.
Vom 29.05.2016.

Baumann wie einst Donghua Li

Für Baumann ist es die dritte EM-Medaille nach Silber am Barren 2015 in Montpellier und Team-Bronze am Samstag in Bern. Der 21-Jährige ist der erste Schweizer seit 1996 und Donghua Li, der am Pauschenpferd an internationalen Titelkämpfen eine Medaille gewinnt.

Dass es für Baumann ausgerechnet an diesem Gerät zu einem Podestplatz reicht, hätte der Bronzegewinner selbst nicht gedacht. «Am Pferd hatte ich am wenigsten mit einer Medaille gerechnet. Aber weil ich erst am Schluss an der Reihe war, konnte ich das Risiko dosieren und eine sichere Übung zeigen», freute sich der Aargauer.

Brägger verpasst Medaillen knapp

Weniger gut lief es Baumann am Nachmittag am Barren (6.), wo ihm bereits zum Auftakt der Übung zwei Fehler unterliefen. Auch Pablo Brägger konnte die Kohlen für die Schweiz nicht aus dem Feuer holen. Er musste das Gerät nach einem Patzer verlassen und wurde deshalb nur Achter. Gold sicherte sich wie am Pauschenpferd der Russe Beljawski.

Legende: Video Zusammenfassung der Gerätefinals abspielen. Laufzeit 2:15 Minuten.
Vom 29.05.2016.

Am Reck bekundete Brägger Pech, als ihm beim Durchschub mit halber Drehung der gleiche Fehler wie in der Qualifikation unterlief. Am Ende musste sich der Ostschweizer mit dem 4. Schlussrang begnügen, Baumann klassierte sich gleich dahinter. Der EM-Titel ging an Nile Wilson aus Grossbritannien.

Am Boden verpasste Brägger die Wiederholung seines Erfolgs aus dem Vorjahr in Montpellier, als er Bronze geholt hatte, ebenfalls nur knapp. Als Fünfter fehlten ihm gerade einmal zwei Zehntel auf Rang 3. Gold holte der erst 19-jährige Russe Nikita Nagroni.

Grischard nach Stürzen chancenlos

Nicht wunschgemäss verlief der Sprung-Final für Benjamin Grischard. Der 20-Jährige brachte beide Sprünge nicht zum Stand und beendete den Final auf dem achten und letzten Rang. Der Titel ging an den Ukrainer Oleg Wernjajew.

Legende: Video Brägger: «War nicht ganz einfach nach den Emotionen am Samstag» abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Vom 29.05.2016.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.05.2016, 10:15 Uhr

5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele, Obergösgen
    Schade am Schluss ist unseren Turnern die Luft ausgegangen. Dennoch Danke für die tollen Leistung und Show!
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  • Kommentar von Peter Huber, Zürich
    Eigentlich hätte er ja sogar Silber verdient, war er doch der 2.-beste Europäer in diesem Final. Soviel ich weiss, gehört Armenien immer noch zu Asien und sollte meiner Meinung nach an einer Europameisterschaft gar nicht startberechtigt sein.
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    1. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Grüezi; ich glaube, Sie nicht verstehen. Armenien ist als UEG-Mitglied teilnahmeberechtigt. Lesen Sie doch die UEG-Reglemente. Immer zuerst lesen und dann reklamieren. Sie selber sind nicht UEG-Mitglied und haben darum in dieser Sache nichts zu sagen, ok ?
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Da hat wohl jemand die Wende von 1989 bis 1991 verpasst. Seit dem Ende der UdSSR wird Armenien im Sport und in der Politik genauso wie Georgien und Aserbaidschan nicht mehr zu Asien gezählt, sondern zu Europa. Geografisch liegt es natürlich immer noch in Asien, aber das liegt auch Israel, das wegen der feindlichen Politik der meisten asiatischen Staaten schon seit Jahrzehnten bei den Europäern mitspielen muss, was zum Beispiel im Fussball schon mehrere WM-Teilnahmen gekostet hat.
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  • Kommentar von Daniele, Obergösgen
    Einfach nur Clever! Gratuliere! Natürlich war grosses Glück dabei, doch man muss erst fähig sein das Glück zu packen. denn es ist eine enorme Leistung eine Medaille zu holen wie Sie Baumann geholt hat. Der Druck war enorm, denn Er konnte nur verlieren und das vor eigenem Publikum! Die Mannschaft hat sicher auch Glück, aber vor allem Können und eine tolle Portion Cleverness. Egal was heute noch kommt, diese Herren Mannschaft hat überzeugt und nimmt viel Druck von den Frauen. BRAVO!
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