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Kunstturnen Käslin: «Ich war zu Beginn überfordert»

In den 2 Jahren seit ihrem Rücktritt ist es ruhig geworden um Ariella Käslin, Europameisterin am Sprung 2009. Nach ihrem totalen Neuanfang brauchte die 25-Jährige etwas Zeit, ihren Weg zu finden, wie sie im Gespräch erklärt. Nun hat sie eine neue Passion, drückt die Schulbank und geniesst ihr Leben.

Legende: Video «Käslin im Gespräch» abspielen. Laufzeit 8:58 Minuten.
Vom 06.05.2013.

Wie ein «weisses Blatt» beschreibt Ariella Käslin ihr Leben nach ihrem überraschenden Rücktritt im Juli 2011. «Ich musste mich neu finden, mein Leben von Null beginnen», sagt die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres in der «sportlounge».

Von «voll verplant» zur totalen Freiheit

Vor allem in den ersten Wochen und Monaten bereitete ihr dies Mühe. «Ich war zu Beginn überfordert», gesteht Käslin. Sie habe zuerst herausfinden müssen, was sie in ihrem Leben gerne mache und was ihr gefalle.

«Während meiner Karriere war mein Leben zu 100 Prozent verplant. Ich hatte meinen fixen Tagesablauf und trainierte jede Woche bis zu 30 Stunden.» Mit der neuen Freiheit musste sie zuerst umzugehen lernen.

Eine neue Leidenschaft

Inzwischen fühlt sich die ehemalige Schweizer Vorzeige-Turnerin in ihrem «neuen» Leben wohl. Sie drückt in Luzern die Schulbank und holt die Matura nach. Zudem hat sie eine neue Passion entdeckt: das Rudern. «Das ist meine neue grosse Leidenschaft», sagt sie und fügt an: «Ich freue mich jeden Morgen beim Aufstehen darauf.»

Momentan ist das Rudern für Käslin vor allem Plausch und Ausgleich. Ob sie den Sport dereinst wettkampfmässig ausüben wird, lässt sie offen.

Freude für Jordanov

Die Sprung-Vize-Weltmeisterin 2009 hat ihre neu gewonnene Freizeit auch dazu benutzt, die Welt zu bereisen (Käslin: «Ich bin noch nicht fertig damit.»). Die Turn-EM im April, als Käslin-Nachfolgerin Giulia Steingruber zu Gold sprang, verfolgte sie im Fernsehen. Sie sei «brutal nervös» gewesen und habe sich «riesig» gefreut. Vor allem für Nationaltrainer Zoltan Jordanov, der auch grossen Anteil an ihren eigenen Erfolgen hatte.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Da ich selber mit einer Ruderfrau liiert bin, die im Achterboot immerhin zweimal Weltmeisterin und einmal Vizeweltmeisterin war - leider blieb sie bei den Olympischen Spielen ohne Medaillen -, kenne ich mich im Rudern aus. Obwohl Ariella Käslin ähnlich wie bei den Triathleten und Marathonläufern das "beste" Ruder-Alter noch vor sich hätte, ist sie für eine Karriere ungeeignet. Sie ist dafür schlicht zu klein und zu zart gebaut, aber als schreiende "Schlagfrau" wäre es möglich.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Noch eine kleine Anmerkung, bevor es zu Missverständnissen kommt: Mit "Schlagfrau" meine ich natürlich die Steuerfrau, die ganz hinten sitzt und von dort aus ihre rudernden Kolleginnen anfeuert und ihnen auch den Schlagrhythmus angibt.
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  • Kommentar von Uele Bürki, 4538 Oberbipp
    Gehen Sie einer ehrlichen Arbeit nach, lernen Sie die Arbeit und Freizeit zu Unterscheiden! Das "Künstlerleben" haben Sie selber beendet - nehmen Sie die neue Herausvorterung an. Sie können,nach Ihrem vergangenen Leben gar nicht wissen was Arbeit im herkömlichen Sinn heisst. Sie haben alle Möglichkeiten junge Talente zumSport zu bewegen. Sicher besser als studieren und zapelig in der Schulbank zu sitzen. Geben Sie Ihr Wissen und Können weiter - und sie werden glücklich sein
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