Steingruber bei Sturz offenbar mit «Glück im Unglück»

Bitterer Sprung-Wettkampf für Giulia Steingruber an der WM in Glasgow: Die Ostschweizerin stürzte und griff sich danach ans Knie. Allzu gravierend soll die Verletzung der 21-Jährigen aber nicht sein.

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Steingruber stürzt beim «Jurtschenko»

1:43 min, aus sportaktuell vom 31.10.2015

Nach einem gelungenen ersten Sprung passiert das Malheur: Giulia Steingruber ist etwas zu spät dran, kann die Drehung nicht ganz zu Ende machen und kippt bei der Landung rückwärts. Dabei verdreht sich die Schweizerin das Knie.

Nur mit Hilfe des Trainers und eines Physiotherapeuten kann Steingruber die Matte verlassen und muss mit dem Rollstuhl aus der Halle gebracht werden.

Bänder offenbar intakt

Eine erste leichte Entwarnung folgte aber bereits kurz nach dem Wettkampf: Es liegt offenbar keine Bänderverletzung vor. Steingruber kehrte direkt ins Hotel zurück und musste nicht in ein Spital gebracht werden.

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Stingelin: «Steingruber kann wieder umhergehen»

1:11 min, vom 31.10.2015

Felix Stingelin, Chef Spitzensport, sagt: «Die Bänder am Knie sind nicht verletzt, das ist das Positive.» Alles Weitere müsse man nun Schritt für Schritt nehmen. Die 21-Jährige habe «Glück im Unglück» gehabt, so Stingelin.

Ob Steingruber beim Bodenfinal am Sonntag dabei ist, scheint derzeit unklar. «Es ist noch zu früh, um eine definitive Aussage zu machen», sagt Stingelin.

Paseka düpiert Titelverteidigerin

Gold holte die Europameisterin Maria Paseka aus Russland vor der Titelverteidigerin Hong Un Jong aus Nordkorea und Simone Biles aus den USA. Steingruber beendete den Wettkampf auf dem 7. Platz. Für die St. Gallerin war es nach den Rängen 5, 4 und 5 der vierte Diplomrang an Weltmeisterschaften am Sprung.

Quartett holt Gold am Stufenbarren

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Whitlock schreibt Geschichte

2:14 min, aus sportaktuell vom 31.10.2015

Eine Premiere gab es am Stufenbarren: Gleich vier Turnerinnen teilten sich die Goldmedaille. Die Russinnen Daria Spiridonowa und Viktoria Komowa, Madison Kocian aus den USA und die Chinesin Fan Yilin erhielten jeweils 15,366 Punkte.

Am Pauschenpferd beendete Max Whitlock eine 112-jährige Wartezeit. Er ist der erste Brite, der in dieser Disziplin WM-Gold gewinnen konnte. Am Boden sicherte sich der Japaner Kenzo Shirai in überlegener Manier den 2. Titel nach 2013, an den Ringen siegte der Grieche Eleftherios Petrounias.

Sendebezug: SRF info, sportlive, 31.10.15, 14:25 Uhr

WM in Glasgow, Gerätefinals

Männer:
Boden: 1. Kenzo Shirai (Jap) 16,233. 2. Max Whitlock (Gb) 15,566. 3. Miguel Santana (Sp) 15,200.
Pauschenpferd: 1. Max Whitlock (Gb) 16,133. 2. Louis Smith (Gb) 16,033. 3. Harutjan Merdinjan (Arm) und Kazuma Kaya (Jap) beide 15,500.
Ringe: 1. Eleftherios Petrounias (Grie) 15,800. 2. You Hao (China) 15,733. 3. Liu Yang (China) 15,700.
Frauen:
Sprung: 1. Maria Paseka (Russ) 15,666. 2. Hong Un Jong (NKor) 15,633. 3. Simone Biles (USA) 15,541. Ferner: 7. Giulia Steingruber (Sz) 14,566.
Stufenbarren: 1. Viktoria Komowa (Russ), Darja Spiridonowa (Russ), Madison Kocian (USA) und Fan Yilin (China) jeweils 15,366.