Als «Irgendjemand» in die Hitzeschlacht

Von der Bündner Höhenluft in den Pekinger Smog: Trotz schwierigen Bedingungen strebt Tadesse Abraham an seinem ersten WM-Marathon einen Top-15-Platz an.

Tadesse Abraham kühlt sich nach dem EM-Marathon von Zürich.

Bildlegende: Kampf gegen die Hitze Tadesse Abraham rechnet mit einem harten WM-Marathon im Smog von Peking. EQ Images

Vor mehr als 2 Wochen schon ist Tadesse Abraham nach Peking gereist. Direkt aus der Höhe von St. Moritz. Jetlag-Probleme hatte er keine, die grosse Hitze und die schmutzige Luft bereiteten ihm zu Beginn jedoch einige Probleme. Abraham konnte nicht so viel trainieren wie normal. «Die erste Woche war sehr hart für uns», sagte der gebürtige Eritreer, der in Peking seinen 33. Geburtstag gefeiert hatte.

Abraham in Röthlins Olympia-Quartier

Zusammen mit Marathon-Nationaltrainer Luigi Nonella weilt Abraham in einem Hotel in einem Aussenbezirk der Millionenstadt. Damit bereitet er sich in der gleichen Gegend auf den Marathon vor wie Viktor Röthlin vor seinem 6. Platz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

«  An der Heim-EM war der Druck grösser, hier bin ich irgendjemand. »

Tadesse Abraham

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Tadesse Abraham zum Klima in Peking

0:37 min, vom 21.8.2015

Abraham bestreitet seine erste WM. Das Feld ist sehr gut besetzt. So sind der kenianische Weltrekordhalter Dennis Kimetto, dessen Vorgänger Wilson Kipsang sowie Olympiasieger und Titelverteidiger Stephen Kiprotich aus Uganda gemeldet. «Ich freue mich sehr. An der Heim-EM war der Druck grösser, hier bin ich irgendjemand.»

Kühlen und am Ende aufdrehen

Abraham hat sich eine Platzierung in den Top 15 zum Ziel gesetzt. Wie sieht seine Taktik aus? «Ich möchte nicht von Anfang an am Limit laufen, damit ich am Ende etwas zeigen kann.» Es sei jedoch wichtig, im Wettkampf schnell reagieren zu können. Um mit der Hitze möglichst gut klar zu kommen, wird er zum Kühlen bei jeder Verpflegungsstation (alle 5 Kilometer) eine spezielle Flüssigkeit über den Kopf und den Oberkörper leeren.

Dunstige Prognose im Smog

Bei seinem ersten Marathon in diesem Jahr Mitte März in Seoul waren die Bedingungen mit Temperaturen knapp über null Grad diametral anders gewesen als nun in Peking. Damals erreichte er das Ziel nach 2:11:37 Stunden, wobei er stark erkältet war. Seine Bestzeit aus dem Jahr 2013 beträgt 2:07:45. Wie lange er für den Marathon im Pekinger Smog brauchen wird, ist selbst für Abraham schwer vorauszusagen.

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Rückblick auf den Marathon an der Schweizer Heim-EM in Zürich

3:20 min, vom 17.8.2014

Sendebezug: SRF2, sportaktuell, 20.08.2015, 22:20 Uhr