Pekings Top 5: Die WM-Höhepunkte

Die Leichtathletik-WM in Peking ist Geschichte. Die SRF-Experten Patrick Schmid und Mario Gehrer waren hautnah dabei. Ihre Highlights.

Das Vogelnest von innen, Fahnenträger aller Nationen auf der Bahn.

Bildlegende: Die WM ist vorbei Ein letztes Mal werden im «Vogelnest» die Fahnen gehisst. Keystone

Video «Leichtathletik: WM in Peking, Final 110 m Hürden» abspielen

Merritt: Bronze vor OP

1:02 min, vom 28.8.2015

Emotionaler Höhepunkt: Aries Merritt

Die emotionalste Geschichte der WM schrieb Aries Merritt: Der amerikanische Hürdenläufer gewann die Bronzemedaille – obwohl er dabei nicht im geringsten im Vollbesitz seiner Kräfte war.

Eine genetische Störung schädigt Merritts Niere, nächste Woche muss er bereits unters Messer. Seine Schwester spendet ihm ein neues Organ.

Der 30-jährige Weltrekordhalter war völlig ungewiss und weit weg von seiner Topform nach Peking gereist. Vielleicht war dies sein letzter Wettkampf, denn es ist nicht klar, ob Merritt jemals wieder Leistungssport betreiben kann.

Video «Leichtathletik: WM in Peking, 100-m-Final der Männer» abspielen

Bolt hält Gatlin in Schach und gewinnt Gold über 100 Meter

4:07 min, aus sportpanorama vom 23.8.2015

Sportlicher Höhepunkt: Usain Bolt

Usain Bolt ist der ganz grosse Mann der WM – einmal mehr. Seine Leistungen seit 2008, seine Präsenz und in welcher Manier er in Peking dreimal Gold gewann, sind extrem beeindruckend.

Die Vorzeichen für einen weiteren Triumph von Bolt sahen dabei nicht gerade rosig aus. Während der WM entschied dann der Kopf, nicht die Beine. Bolt hat sich und allen anderen ständig eingeredet: «Ich bin der Beste. Ich werde gewinnen.»

Prompt liess sich Saison-Dominator Justin Gatlin aus der Ruhe bringen, beging im Final einen Fehler und musste sich mit Silber zufrieden geben. Die Beine hätten Gatlin für den Sieg gereicht - der Kopf aber nicht. Es gibt scheinbar kein Rezept gegen Bolt bei Grossanlässen. Das macht ihn zum Grössten aller Zeiten.

Video «LA-WM: Zbären im Final über 100 m Hürden» abspielen

Zbären sorgt für den Schweizer WM-Höhepunkt

2:25 min, aus sportaktuell vom 28.8.2015

Schweizer Höhepunkt: Noemi Zbären

Aus der Jugendherberge in den WM-Final: Noemi Zbären sorgte in Peking aus Schweizer Sicht für den Glanzmoment.

Eigentlich war für Noemi Zbären die U23-EM in Tallinn als Saisonhöhepunkt gesetzt. Dort liess die Emmentalerin der Konkurrenz keine Chance, lief persönliche Bestzeit und sicherte sich sensationell die Goldmedaille.

Danach ging es direkt weiter ans Meeting in Luzern und nach einigen Tagen Pause zusammen mit ihrem Stammklub SK Langnau ins Trainingslager nach St. Moritz. Dort übernachtete sie in der Jugendherberge, trainierte den Hürdenlauf, aber auch Weitsprung und Hochsprung.

An der WM dann die nächste Sensation: Rang 6 über 100 Meter Hürden. Und das mit nur 8 Trainingsstunden pro Woche für die Vollzeitstudentin.

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Barber überflügelt die gesamte Konkurrenz

0:35 min, vom 24.8.2015

Überraschungs-Höhepunkte: Die Aussenseiter

Neben Bolt, Farah und Fraser stürmten in Peking auch weniger bekannte Namen zuoberst aufs Podest. Stellvertretend für die Aussenseiter-Siege steht der frischgebackene Stabhochsprung-Weltmeister Shawnacy Barber.

Noch nie hat Kanada eine erfolgreichere Leichtathletik-WM erlebt als in Peking. Eine Goldmedaille dazu beigetragen hat der erst 21-jährige Shawnacy Barber. Mit einer Höhe von 5,90 Metern und ohne Fehlversuch stand er Titelverteidiger Raphael Holzdeppe und Weltrekordhalter Renaud Lavillenie vor der Sonne.

Neben Barber überstrahlten unter anderem auch die Weissrussin Marina Arzamasova (800 m) oder «Youtube-Mann» Julius Yego aus Kenia (Speer) überraschend die gesamte Konkurrenz.

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Das «Vogelnest» zwischen Prunk und Nachhaltigkeit (18.8.2015)

1:45 min, vom 18.8.2015

Organisatorischer Höhepunkt: Die Titelkämpfe an sich

Nach den Olympischen Spielen 2008 war Peking wieder einmal Austragungsstätte eines Gross-Events. Die Organisatoren und Volunteers haben dabei ganze Arbeit geleistet.

Besonders in Erinnerung bleiben werden die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die rund um die Uhr im Einsatz standen. Die langen Arbeitszeiten waren den Volunteers zuweilen anzumerken: Nicht selten sah man irgendwo jemanden ein kurzes Nickerchen machen. Trotz Anstrengung und Sprachbarriere waren die Freiwilligen aber eine grosse Hilfe und Bereicherung für das Turnier.

Die Organisatoren optimierten die Bedingungen täglich: Sei es in der Eintrittskontrolle, der Verpflegung oder im Verkehr. Belastend waren die oft sehr schlechten Luftverhältnisse und die schwüle Hitze.

Die Weltmeisterschaft wird dennoch absolut positiv in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt wegen dem «Vogelnest», einem der schönsten Stadien der Welt.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 30.08.2015, 13:10 Uhr