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Leichtathletik-WM Schweizer Leichtathleten: Gute Leistungen - fehlender Exploit

Die Leichtathletik-WM in Moskau ist ohne Schweizer Final-Qualifikation zu Ende gegangen. Zwar zeigten die Athleten ein Jahr vor der Heim-EM teilweise gute Leistungen, dennoch fehlte der Exploit. Ein Fazit von SRF-Kommentator Patrick Schmid.

Legende: Video Leichtathletik: Schweizer WM-Bilanz abspielen. Laufzeit 2:15 Minuten.
Vom 19.08.2013.

Die Uhr tickt. Es dauert kein Jahr mehr bis die Leichtathletik-Europameisterschaften im Zürcher Letzigrund beginnen. Die Erkenntnisse, welche aus dem WM-Abenteuer gezogen werden können, sind nicht neu: Der Schweizer Leichtathletik fehlt ein Aushängeschild. Keine Athletin und schon gar kein Athlet war im Stande, in einen Final vorzustossen, einen Top-8-Platz zu erreichen. Zwar überzeugten viele Schweizer WM-Starter mit persönlich tollen Leistungen, die sich aber nicht auf internationalem Topniveau bewegen.

Legende: Video Der Schweizer Rekord der 4x100-m-Staffel abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Vom 18.08.2013.

Überzeugende 4x100-m-Staffel

Eine Ausnahme bildet die 4x100-m-Staffel der Frauen. Einmal mehr pulverisierte das Quartett den Schweizer Rekord und hätte der letzte Wechsel geklappt, wäre gar eine Zeit unter 43 Sekunden möglich gewesen. Das Staffelprojekt wird durch Swiss Athletics weiter gefördert und sollte sich eine Athletin verletzten, muss den Verantwortlichen nicht angst und bange werden, denn bei diesem Projekt stimmen die Qualität und die Quantität.

Gedämpfte Erwartungen für Heim-EM

Im Letzigrund wird es im nächsten Sommer Schweizer Finalplätze zu bejubeln geben, aber Medaillen dürften für die Stadionathleten ausser Reichweite liegen. Einzig Lisa Urech verfügt(e) über Edelmetallpotenzial. Nach mehreren Hüftoperationen ist ihr Weg zurück an die europäische Spitze jedoch lang. Und für die andere Emmentalerin, Noemi Zbären, dürfte die EM im eigenen Land ein oder zwei Jahre zu früh kommen.

Hoffnungsträger Viktor Röthlin

Damit ruhen alle Hoffnungen auf dem Oldie im Schweizer Team: Viktor Röthlin. Der in einem Jahr fast 40-Jährige reist als Titelverteidiger in die Limmatstadt. Und wer Röthlin kennt, weiss, dass seine EM-Planung bis ins letzte Detail weltmeisterlich sein wird. Dazu der Heimvorteil und Röthlins Abschiedsvorstellung könnte die Krönung einer äusserst erfolgreichen Karriere werden und der Schweiz an der Heim-EM doch noch eine Medaille bescheren.

6 Kommentare

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  • Kommentar von René, St.Gallen
    @Juha Ihre Art Vergleiche zu ziehen sind oft einseitig und nicht einfach so auf die Gegenwart zu generieren. Nicht vergessen: André Bucher Weltmeister 2001! Das Wichtigste sind nicht die sogen. Reisser, sondern eine Breite mit gewissen internat. Format welche mehr Gewichtigkeit&Ansporn erzielen. Düster sieht's nicht aus. Junge Athleten mit grossem Potenzial sind vorhanden! 2 Medaillen bei der U20-EM & 1 bei der U23-EM sowie bei beiden Anlässen zusätzlich einige Finalplätze! Kein Schwarzmalen!
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Ich hoffe, Sie bekommen Recht, aber gerade Medaillen bei den Junioren können nicht darüber hinwegtäuschen, dass später nur ganz wenigen ein wirklicher Durchbruch gelingt. Ich hatte im Jugendalter einen Bekannten, der ein hochtalentierter Mittelstreckler war, aber nicht einmal er hat es geschafft. Es braucht immer die beiden T und die beiden G: Viel Talent, viel Training, viel Geld (Förderung) und viel Glück (Wettkampfglück). Wenn eine dieser vier Ecken fehlt, klappt es leider nicht.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Ich habe André Buchers WM-Titel von 2001 bewusst nicht erwähnt, weil es mir lieber gewesen wäre, er hätte ein Jahr zuvor gewonnen, weil der Schweiz bis heute ein Olympiasieg in der Leichtathletik fehlt. Ohne den schweren Rempler eines Konkurrenten hätte er es fast sicher geschafft. Auch für ihn wäre es besser, denn als Olympiasieger bleibst du auch in unserem kleinen Land in besserer Erinnerung als mit einem WM-Titel. Doch, es braucht immer auch "Reissertypen" wie ihn als Vorbilder.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Nach Röthlins Rücktritt wird die Schweiz viele Jahre lang niemanden mehr in den Medaillenrängen stellen, auch nicht unser "Goldquartett" mit drei perfekten Wechseln. Dafür hat die Leichtathletik bei uns zu wenig Bedeutung, auch wenn in den Schulen noch viel betrieben wird und in Lausanne und erst recht in Zürich ein fast hysterisch schreiendes Publikum dieses Bild verfälscht. Was wirklich fehlt, ist ein "Reissertyp" wie z.B. André Bucher, der 2000 fast Olympiasieger geworden wäre.
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  • Kommentar von Bünzli Schwiizer, Schweiz
    Man muss sich nicht wundern, wenn man statt Techniker (z. B. Yves Zellweger/Irene Pusterla) die das Potenzial hätten, an einem guten Tag um WM-Gold zu springen, viele Marathonläufer/innen und Geher/innen selektioniert. Sie alle liefen 10 Minuten und mehr nach dem Sieger ins Ziel. Die Limiten sind derart hoch, dass kaum ein Techniker eine Chance erhält, um um Edelmetall zu springen. Und wenn, dann einmal im Leben! Und genau dieses eine Mal reicht nicht aus, um die 2. Chance zu nutzen!
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    1. Antwort von Patrick Schmutz, Hölstein
      Auch Yves Zellweger oder Irene Pusterla würden niemals um einen WM-Titel springen. Wenn sie schon die Limite für eine WM nicht schaffen, wie sollten sie dann Weltmeister werden? Die Athleten werden vom Verband zu wenig unterstützt und in der Schweiz geht es allen zu gut und man möchte mit wenig Aufwand viel erreichen. So geht's halt nicht. Ein Europameister haben wir jedoch jetzt schon. Unser Cooly...dort wird vermutlich mehr investiert als in die Athleten.
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