Tadesse Abraham kämpft mit den Tränen

Beim WM-Marathon in Peking lief der Schweizer Tadesse Abraham lange unter den Besten mit. Dann stoppten ihn eine Verletzung und ein Malheur.

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Das bewegende Interview mit Tadesse Abraham

3:48 min, vom 22.8.2015

Tadesse Abraham musste sich mit einer Zeit von 2:19:25 Stunden letztlich mit Platz 19 begnügen. Es wäre für den Genfer aber wohl weit mehr dringelegen als der angestrebte Rang in den Top 15. Denn Kilometer 25 passierte der 33-Jährige noch als Sechster. Dann setzte ihm jedoch eine Leistenzerrung zu. «Ich spürte diese bereits im Training, versuchte sie aber aus meinem Kopf zu verdrängen», schilderte Abrahm nach dem Rennen.

Abrahams Helfer steckte im Stau

Hinzu kam ein Malheur bei Kilometer 30. Abraham verpasste beim Verpflegungsposten seine persönliche Getränkeflasche. Diese stand zwar bereit, doch der Helfer des Schweizer Teams hatte es wegen den verstopften Strassen nicht rechtzeitig dorthin geschafft, um Abraham sein Getränk hinzuhalten. «Ich habe es ihm wirklich noch gesagt, der Wettkampf sei sehr wichtig für mich. Das ist so traurig», sagte ein fassungsloser Abraham, der mit den Tränen kämpfte. Bereits an der Heim-EM in Zürich war ihm dieses Missgeschick passiert.

«  Das habe ich nicht verdient.  »

Tadesse Abraham

Dass er das Rennen bei grosser Hitze überhaupt zu Ende lief, erklärte Abraham so: «Ich sagte zu mir: ‹7 Millionen Menschen in der Schweiz und 40‘000 Eritreer warten auf mich›.» Für den gebürtigen Eritreer war es denn auch nur ein schwacher Trost, dass mit Ghirmay Ghebreslassie ein Athlet aus seinem Heimatland Gold (das erste für den afrikanischen Staat) holte.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 22.08.2015, 07:00 Uhr

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