Bei den Schweizerinnen waren die Batterien leer

Mujinga Kambundji und Selina Büchel haben am Heimmeeting «Weltklasse Zürich» den WM-Kater gespürt. Dafür konnte Hürdensprinterin Noemi Zbären die Erwartungen erfüllen – mit einem Sieg im Vorprogramm ausserhalb der Diamond League.

In einem Klassefeld über 100 m hatte Mujinga Kambundji den erwartet schweren Stand. Von 7 WM-Finalistinnen als Gegnerinnen konnte sie keine hinter sich lassen.

Die Bernerin verlor nach einem Stolperer beim Start auf den letzten Metern endgültig den Anschluss. Ihre Zeit von 11,51 Sekunden (der von ihr gehaltene Schweizer Rekord liegt seit Peking bei 11,07) muss als Enttäuschung gewertet werden. «Ich weiss auch nicht, woran es gelegen hat.» Die Müdigkeit wollte sie dafür aber nicht geltend machen.

«  Die Zielgerade kam mir ellenlang vor, meine Beine waren einfach leer. »

Selina Büchel

Büchel: Rennen zum Vergessen

Überhaupt nicht nach Wunsch lief es Selina Büchel, die mit Rang 10 in 2:02.43 Minuten zu den klar Geschlagenen zählte. Die Toggenburgerin lag nach einem engagierten Rennen bis fast 200 m noch in aussichtsreicher Position.

Danach konnte sie keine Kräfte mehr mobilisieren und musste Läuferin um Läuferin an sich vorbeiziehen lassen. «Die Zielgerade kam mir ellenlang vor, meine Beine waren einfach leer», klagte sie.

Büchler: Auf 4,67 m gescheitert

Im Stabhochsprung zeigte Nicole Büchler als Vierte einen überzeugenden Wettkampf. Nachdem sich die Seeländerin allmählich warmgesprungen hatte, meisterte sie die Höhe von 4,57 m im ersten Anlauf. Danach war Endstation, als die Latte 10 cm höher gelegt worden war.

Ein schwacher Trost für die Schweizer Rekordhalterin (4,71 m) war, dass sie mit ihrer übersprungenen Höhe vor 10 Tagen zu den WM-Finalistinnen gezählt hätte.

«  Es schwang auch Ungewissheit mit. »

Noemi Zbären

Zbären: Standesgemäss zum Sieg

Im Vorprogramm gab es zwei Schweizer Siege zu bejubeln. Über 100 m Hürden setzte sich erwartungsgemäss Noemi Zbären durch. Die Emmentalerin lieferte in 12,89 Sekunden, ihre sechstbeste Zeit, erneut einen Leistungsnachweis. Als WM-Finalistin (6. Schlussrang) hatte sie in China für das Schweizer Glanzlicht gesorgt.

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Erleichterung nach dem Sololauf bei Zbären

3:33 min, vom 3.9.2015

Dennoch verstand die 21-Jährige ihren Auftritt zurück in der Heimat gegen nur noch mittelmässige Konkurrenz nicht als Pflichtaufgabe. «Es schwang auch Ungewissheit mit. Denn mir war nicht klar, wie mein Körper auf die lange Reise reagieren würde. Aber ich bin froh, ist es nun so rausgekommen», analysierte Zbären.

Léa Sprunger, die ebenfalls zur Peking-Delegation gehörte, blieb im B-Rennen über 400 m Hürden trotz dürftiger Zeit (56,40 Sekunden) unantastbar. Hinter ihr und Aurelie Chaboudez folgte mit Petra Fontanive eine weitere WM-Teilnehmerin.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 03.09.2015 20:00 Uhr

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Nicht alle Schweizerinnen steckten die Reisestrapazen gut weg

4:42 min, aus sportaktuell vom 3.9.2015

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