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Leichtathletik Hussein mitten in die Weltspitze – Büchler mit Schweizer Rekord

Kariem Hussein hat bei «Weltklasse Zürich» als Vierter geglänzt und mit persönlicher Bestzeit seinen EM-Titel nachdrücklich bestätigt. Auch Stabhochspringerin Nicole Büchler überzeugte - mit einem Schweizer Rekord.

Mit dem früh im Programm figurierenden Rennen über 400 m Hürden wurde das Meeting im Letzigrund perfekt lanciert. Denn Hausherr Hussein ist ein wahrer Traumlauf gelungen, mit dem er das Publikum mächtig anheizen konnte. «Ich habe es mir erhofft, aber nicht zu 100 Prozent daran geglaubt», analysierte er seine Leistung. Denn auch 13 Tage nach seinem Gold-Coup spüre er noch immer eine Leere. «Deshalb war es schwierig, die Spannung nochmals voll aufzubauen.»

Legende: Video Kariem Hussein freut sich über den Leistungsnachweis abspielen. Laufzeit 1:30 Minuten.
Vom 28.08.2014.

Doch der Europameister zeigte sich bei seinem ersten Treffen mit der Weltelite unerschrocken. Dabei hatte er von allen 8 Startenden den schlechtesten Referenzwert in Bezug auf die Saison-Bestleistung aufgewiesen.

Hussein: Schneller als der Olympiasieger

Der 25-Jährige riskierte alles - und die Rechnung ging zu seinen Gunsten auf. Zwar büsste Hussein auf den letzten Metern seine Spitzenposition, die er beim Einbiegen auf die Zielgerade innehatte, noch ein.

Der Thurgauer belegte aber mit seinem 4. Rang, dass ihn sein fulminanter Aufstieg nun auch in die Weltspitze katapultiert hat. Denn er bezwang unter anderen den Olympiasieger Felix Sanchez (7.) und Weltmeister Jehue Gordon (5.). In 48,70 Sekunden pulverisierte Hussein seine bisherige persönliche Bestmarke um 26 Hundertstel. Erst zum 2. Mal in seiner Karriere blieb der Schweizer unter 49 Sekunden.

Büchler: Über sich hinausgewachsen

Für Stabhochspringerin Nicole Büchler war die Ausgangslage komplett anders: Sie wollte sich für die verpatzte Heim-EM rehabilitieren. Prompt gelang der routinierten Seeländerin die Wiedergutmachung – und zwar in 2 Akten.

Legende: Video Nicole Büchler im Interview abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Vom 28.08.2014.

Zunächst übersprang sie im 2. Versuch 4,62 m und stellte damit Freiluft-Landesrekord auf. Um einen Zentimeter übertraf sie die Marke, die sie vergangene Saison in Luzern aufgestellt hatte. Später übersprang sie auch noch 4,67 m. Damit übertrumpfte sie auch noch ihre Besthöhe, die - in der Halle aufgestellt - bei 4,67 m lag. 4,67 m: Diese Höhe hätte ihr vor zwei Wochen EM-Gold eingetragen, im Weltklasse-Feld reichte sie ihr zu Platz 5.

Pusterla: Nahe am Podest

In der Weitsprung-Konkurrenz wusste auch Irène Pusterla zu überzeugen. In 6,65 m egalisierte die Tessinerin ihre Saison-Bestleistung. Um einen einzigen Zentimeter verpasste sie als Vierte den Sprung aufs Podest. Immerhin konnte sie sich für die missglückte Heim-EM rehabilitieren, als sie mit einer Bestweite von 6,39 m als 13. in der Qualifikation hängen blieb.

Mujinga Kambundji über 100 m (11,36 Sekunden) sowie Hürdensprinterin Noemi Zbären (13,12 Sekunden) zeigten solide Leistungen. Die zweifache EM-Finalistin Kambundji kam gleichwohl nicht über den letzten Rang hinaus. Zbären freute sich bei ihrer erstmaligen Teilnahme im A-Final von «Weltklasse Zürich» über ein «unglaubliches Erlebnis und eine zufriedenstellende Zeit nahe der 13er-Marke».

Staffel: Das nächste Debakel

Den erhofften Schlusspunkt konnten die Schweizerinnen bei ihrem Heim-Meeting dann nicht mehr setzen. Vielmehr schlossen sie nahtlos an das bittere Ende an, das die Heim-EM für die 4x100-Meter-Staffel genommen hatte. Diesmal passierte der gefürchtete Wechselfehler bei der letzten Ablöse. Lea Sprunger konnte den Stab von ihrer älteren Schwester Ellen nicht erreichen, weshalb die Schweiz disqualifiziert wurde.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 28.08.14 20:00 Uhr

Legende: Video 100 m Frauen mit Kambundji abspielen. Laufzeit 2:35 Minuten.
Vom 28.08.2014.
Legende: Video 100 m Hürden mit Zbären abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Vom 28.08.2014.

5 Kommentare

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  • Kommentar von HRW, Remetschwil AG
    Es gilt die Relationen zu wahren: Büchler erzielte, ebenfalls in der Weltspitze, mit 4.67 dieselbe Höhe wie die Zweite und katapultierte sich an die 7. Stelle der Jahresweltbestenliste - Hussein mit 48.70 10. In der "ewigen Bestenliste" ist der Unterschied krasser: Büchler 31., Hussein NICHT unter den ersten 120. Toll ist auch die Position von Pusterla, die leider ZU oft nicht zu zeigen vermag, was sie drauf hat. Auch auf die nächsten Fortschritte von Kambundji und Zbären darf man sich freuen!
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  • Kommentar von Victor Stahl, Baar ZG
    Die Schweizer Frauenstaffel ist ein klassisches Beispiel für die negativen Auswirkungen des Medienhypes. Da werden vier zweifellos talentierte Sportlerinnen bereits in den Himmel gelobt, bevor sie international auch nur einmal wirklich etwas erreicht haben. Nach den beiden Fiaskos innert Monatsfrist wird der Druck nun noch grösser.
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    1. Antwort von Christian Hofstetter, Zürich
      Nein, der Druck ist weg. Schlimmer geht's nimmer. Aber sie haben schon recht Herr Stahl: Die vier Sprinterinnen haben mehr Fernsehinterviews als gelungene Stabübergaben.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Immerhin sind diese vier zeigenswert. Deshalb hoffe ich, dass die UBS-Werbebilder mit ihnen nicht so schnell wieder verschwinden. Ich glaube immer noch daran, dass diese vier - und nicht zu vergessen auch die beiden Ersatzläuferinnen - noch viel erreichen können. Die nächste EM, wo sie realistischerweise die grössten Medaillenchancen haben, kommt ja schon in zwei Jahren. Sie wissen selber, dass sie auch im mentalen Bereich noch viel Arbeit vor sich haben, aber sie können es packen.
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    3. Antwort von Urs Rösli, Zürich
      Nicht vergessen: Auch die hochdotierten Holländerinnen kamen weder an der EM noch am Weltklasse-Zürich-Meeting ans Ziel. Das geht leider vor lauter Vorwürfen an die Schweizerinnen vergessen.....
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