Lea Sprunger: Aus der Talsohle ins Rekordhoch

2016 verpatzte Lea Sprunger den olympischen Saisonhöhepunkt komplett. 2017 läuft die Schweizer Leichtathletin so stark, dass sie vor der WM in London gleich in drei Disziplinen brilliert.

«Ich habe alles falsch gemacht», konstatierte Lea Sprunger vor weniger als einem Jahr tränenüberströmt. Soeben war sie bei Olympia über 400 m Hürden im Vorlauf ausgeschieden. Über 1,6 Sekunden hatte sie auf ihre persönliche Bestzeit verloren.

Doch auf das Desaster von Rio folgte 2017 die Rückkehr im grossen Stil:

  • Februar: Magglingen ist Schauplatz von Sprungers toller Frühform – weltbeste Zeit der noch jungen Saison über 400 m und schnellste europäische Zeit über 200 m.
  • 25. Mai: Sprunger gelingt in Langenthal über 300 m mit 35,70 Sekunden die zweitbeste Zeit, die in Europa je gelaufen wurde.
  • 2. Juli: 27 Jahre lang stand der Schweizer Rekord über 400 m bei 51,32 Sekunden. Diese uralte Marke unterbot Sprunger in La Chaux-de-Fonds um 23 Hundertstel.
  • 6. Juli: Bei der Athletissima in Lausanne bleibt Sprunger in ihrer Paradedisziplin 400 m Hürden winzige 4 Hundertstel über dem Schweizer Rekord.
  • 11. Juli: Sprunger weist im 200-Meter-Duell von Luzern Mujinga Kambundji in die Schranken.

Für die WM in London hat sie die Limite gleich in drei Disziplinen erfüllt – 200 m, 400 m sowie 400 m Hürden. Für Sprunger kein Clinch: «Es ist schön, dass es gut läuft, aber alles ist auf die 400 m Hürden ausgerichtet.»

Stimmt Sprungers WM-Taktik?

  • Besser in 3 Disziplinen Vollgas geben – das erhöht die Erfolgschancen.

    29%
  • Sprungers Fokussierung macht Sinn – sonst verzettelt sie sich nur.

    70%
  • 629 Stimmen wurden abgegeben

Sendebezug: Radio SRF 3, Bulletin von 22:00 Uhr, 11.07.17