Eine Flut von Rekorden: Die EM in Zahlen

Die Leichtathletik-EM vom 12. bis 17. August im Zürcher Letzigrund setzt in vielerlei Hinsicht neue Massstäbe. Eine Auswahl an Zahlen zwischen 4 (bisherige Schweizer Europameister) und 370 Millionen (erwartete TV-Zuschauer).

Volunteers der Leichtathletik-EM hängen Plakate mit der Aufschrift «Willkommen» auf.

Bildlegende: Startklar Zürich rüstet sich für den grössten Schweizer Sportanlass seit der EURO 2008. Keystone

Zum 22. Mal findet eine Leichtathletik-EM statt. Zürich erhielt im Frühjahr 2010 den Zuschlag als Ausrichter.

1439 Athleten und Athletinnen aus sämtlichen 50 Mitglieds-Nationen des europäischen Verbandes figurieren auf den Meldelisten. Begleitet werden sie von 800 Betreuern.

53 Schweizer umfasst das Aufgebot der gastgebenden Nation. Ausgegangen war Swiss Athletics von 30 Selektionierten. Es handelt sich also nicht nur um eine Gross-, sondern um eine Rekord-Delegation. 1954 waren 50 Schweizer zur Heim-EM angetreten, diese Zahl wurde danach nie mehr erreicht.

4 Europameister konnte die Schweiz seit der Erst-Austragung 1934 feiern. Es sind dies: Viktor Röthlin (2010/Marathon), Werner Günthör (1986/Kugel), Philippe Clerc (1969/200 m) und Fritz Schwab (1950/10 km Gehen).

49 Medaillensätze werden an den 6 Wettkampftagen vergeben.

20 Lastwagen stehen im Letzigrund als Reporterwagen bereit.

Bildlegende: Beeindruckender Fuhrpark 20 Reporterwagen, die Basis für die Produktion des Weltsignals. Keystone

370 Millionen TV-Zuschauer sollen weltweit die Berichterstattung aus Zürich verfolgen. Dir SRG SSR ist als Host Broadcaster für das flächendeckende Signal verantwortlich. SRF zwei überträgt täglich bis zu 8,5 Stunden live. Um die medialen Bedürfnisse im Stadion abdecken zu können, wurden: 80 Kamerapositionen installiert; 150 Kilometer Kabel verlegt; 110 Container aufgestellt; 26 Reporterwagen angekarrt.

2100 Volunteers sollen, eingeteilt in 20'000 Schichten, für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Rekrutiert wurde jeder Einzelne von ihnen in einem 20-minütigen Bewerbungsgespräch. Zudem leisten die Armee und der Zivilschutz 5400 Manntage.

35 Millionen Franken beträgt das Gesamtbudget des grössten Schweizer Sportanlasses seit der EURO 2008. Stadt und Kanton Zürich haben eine Defizitgarantie in der Höhe von 3,3 Millionen abgeschlossen. Dieselbe Summe leistet der Bund in Form eines Unterstützungsbeitrages.

Der Letzigrund ist bereit für einen Grossaufmarsch.

Bildlegende: Bereit für einen Grossaufmarsch Das Stadion soll sich an 6 Morgen und Abenden füllen. Keystone

125'000 Besucher, also ein täglich ausverkaufter Letzigrund mit je 25'000 Zuschauern, wären das Ziel des Organisators. Kurz vor Wettkampfbeginn lag die Stadionauslastung bei nur 66 Prozent.

12.50 bis 240 Franken beträgt die Spannweite bei den Ticketpreisen für einen Tag im Stadion.

Vor 60 Jahren war die EM letztmals zu Gast in der Schweiz. Damals galten im idyllischen Neufeld-Stadion noch andere Massstäbe im Vergleich zu heute: 700 Teilnehmer aus 28 Ländern, 1200 ehrenamtliche Helfer, 100'000 Zuschauer. Die Durchführung kostete mit 650'200 Franken 50-mal weniger. Und: Die Dauerkarte auf den Stehplätzen war für 15 Franken erhältlich, jene auf der Haupttribüne für 75 Franken.

2016 steht in Amsterdam der nächste EM-Termin an. Es wird sich dann wieder um sogenannt «kleine» Titelkämpfe mit reduziertem Programm handeln. Denn seit der Einführung des 2-Jahres-Rhythmus 2012 werden die Disziplinen Gehen und Marathon nur jedes 2. Mal berücksichtigt.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 16.07. bis 11.08.14 jeweils 22:20 Uhr