Marquis Richards – bereit für den ganz grossen Sprung

Wie aus dem Nichts ist Marquis Richards ins Rampenlicht gesprungen und mischt jetzt die Schweizer Leichtathletik-Szene auf. Der 22-Jährige Stabhochspringer könnte der Disziplin zu neuen Höhenflügen verhelfen.

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Marquis Richards - der neue Stabhochsprung-Überflieger

4:44 min, aus sportpanorama vom 27.7.2014

Vergangene Woche liess Marquis Richards beim Leichtathletik-Meeting in Rheinau aufhorchen: Der in San Diego geborene Baselbieter übersprang als erster Schweizer seit 30 Jahren die Marke von 5,52 Metern – und realisierte damit scheinbar mühelos die EM-Limite. An den Schweizer Meisterschaften in Frauenfeld holte er sich wenige Tage darauf mit 5,40 Metern den Titel.

Tiefschlag als Chance

Richards wurde vor 8 Jahren vom Russen Anatoly Gordienko entdeckt und wird seitdem von diesem trainiert. Die beiden verständigen sich auf ziemlich unorthodoxe Art und Weise in einem Mix aus englisch, deutsch und russisch. «Für Aussenstehende ist das unmöglich zu verstehen», schmunzelt Richards, der auch den Spitznamen «Der Stab» trägt.

Der Arlesheimer musste in seiner noch jungen Karriere aber auch Tiefschläge verkraften: 2011 verschätzte er sich bei einem Wettkampf in Basel und stürzte aus 5,30 Metern Höhe neben die Matte. Körperlich trug Richards lediglich eine Oberschenkelprellung davon, hatte danach aber psychisch zu kämpfen.

Schweizer Rekord im Visier

Nun ist Richards aber wieder zurück und will in Zürich vor heimischem Publikum für Furore sorgen. Auch für die fernere Zukunft gibt er Ziele an, die zu seinem Höhenflug passen: Er will bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 am Start stehen und den Schweizer Rekord brechen, der bei 5,71 Metern liegt. Im Moment setzt Richards aber nicht nur auf den Sport, sondern arbeitet ausserdem als Produzent in einer Werbeagentur.

«Die Faszination zu fliegen»

Es ist das «Spektakuläre», das den frisch gekürten Schweizermeister am Stabhochsprung reizt. «Die Faszination zu fliegen, die Millisekunde, die man über der Latte schwerelos ist», das alles macht seine Disziplin «zu einer der schönsten der Leichtathletik».

Stabhochspringer müssen «Draufgänger sein, mutig, locker und cool», sagt Richards weiter. Auch seine Freundin sieht den Showman in ihm und sagt: «Er kann die Leute gut anfeuern und steht darauf, wenn die Leute dann mitmachen.» Für Unterhaltung wird in Zürich also gesorgt sein.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 27.07.14, 18:15 Uhr