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Leichtathletik-EM Neuenschwander läuft in die Top 10

Maja Neuenschwander hat beim EM-Marathon in Zürich den guten 9. Platz belegt. Nicola Spirig brach nach einem schnellen Start ein. Europameisterin wurde die Französin Christelle Daunay.

Christelle Daunay holte ihren ersten Titel an einem Grossanlass in einer Zeit von 2:25,14 Stunden und realisierte auf der schwierigen Strecke sogar den schnellsten je gelaufenen EM-Marathon. Die 39-Jährige hatte mit der Italienerin und WM-Zweiten Valeria Straneo (2:25,27) stets die Spitze gebildet, konnte sich aber wenige Kilometer vor dem Ziel entscheidend absetzen.

Dritte wurde die Portugiesin Jessica Augusto (2:25,41), die bereits an der EM 2010 in Barcelona über 10'000 m die Bronzemedaille geholt hatte. Team-Gold ging überlegen an Italien.

Starker Auftakt der Schweizerinnen

Das Feld war schnell gestartet und Maja Neuenschwander und Nicola Spirig konnten sich zu Beginn gleich an der Spitze positionieren. Nach 10 km lag die Berner Team-Leaderin auf Platz 4, Triathlon-Olympiasiegerin Spirig auf Platz 7. Dahinter reihte sich in den Top 30 die 40-jährige Patricia Morceli ein, was zu jenem Zeitpunkt in der Team-Wertung Rang 3 bedeutete.

Strecke forderte ihren Tribut

Was aufgrund der aussergewöhnlichen Topographie zu erwarten gewesen war, bewahrheitete sich schnell: Die anspruchsvolle Strecke über 4 Runden durch die Zürcher Innenstadt verlangte den Läuferinnen alles ab. Das Feld mit 53 Athletinnen war bereits nach einem Viertel der Strecke so in die Länge gezogen, wie es sonst eher nach der Hälfte der Fall ist.

Auch die beiden Schweizerinnen liessen sich nach Kilometer 15 zurückfallen, was nach dem zweiten Anstieg zur Polyterrasse die Ränge 7 und 8 bedeutete. Danach vergrösserte sich der Abstand zur Spitze kontinuierlich.

Legende: Video Stärkung mit Tücken bei Nicola Spirig abspielen. Laufzeit 00:00 Minuten.
Aus sportlive vom 16.08.2014.

Nicola Spirig mit vollem Risiko

Die Halbmarathon-Marke passierten Spirig und Neuenschwander bei 1:13,25, was rund 1 Minute Abstand auf die Spitze mit Straneo, Daunay und der drittplatzierten Elvan Abeylegesse (Tür) bedeutete. Bei 25 km aber löste sich die Schweizer Allianz auf: Spirig konnte ihr hohes Anfangstempo nicht halten und musste Neuenschwander und auf den restlichen Kilometern so manche weitere Läuferin ziehen lassen.

Neuenschwander lief weiter unbeirrt ihr Tempo und realisierte zum Schluss den 9. Rang in 2:31,08, was nur unwesentlich über ihrer Bestzeit lag (2:29,42). Spirig hingegen fiel bis auf Rang 24 zurück, konnte dabei bei ihrem erst zweiten Marathon ihre Bestzeit (2:42,53) klar auf 2:37,12 verbessern. Als drittbeste Schweizerin lief Patricia Morceli in 2:38,41 Stunden auf Platz 26, was für die Schweiz in der Teamwertung schliesslich zum 5. Rang reichte.

Martina Strähl, Ursula Spielmann-Jeitziner und Magali di Marco belegten die Ränge 33, 39 und 44.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 16.08.2014, 08:45

8 Kommentare

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  • Kommentar von AEG, Möriken
    Sehe ich nicht ganz gleich. Ich denke, dass Nicola beide Disziplinen absolvieren hätte können. Da ich selber auch Triathlon bestreite, weiss ich, man muss immer neues ausprobieren. Super Rennen von den Schweizerinnen. Gratulation an alle.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Natürlich hätte Nicola beide Rennen bestreiten können, aber sie hat nun einmal die geforderte Limite über 10'000 Meter nicht erfüllt. Als Sportler ist es doch mein Ziel, möglichst oft so weit vorn wie möglich zu sein, und wenn sogar Medaillen winken, sollte der Fokus auf diese Disziplin ausgerichtet sein. Gerade bei den EM, wo die ausserkontinentalen Weltbesten fehlen, stehen die Chancen dafür am grössten. Das hat gerade gestern Kariem Hussein bewiesen, ER hat seine Chance genützt.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Noch eine Ergänzung: Es geht im heutigen Sport nicht nur um Medaillen, sondern noch viel mehr um den Marktwert dahinter, erst recht bei der Leichtathletik, wo nur wenige Superstars wirklich viel verdienen - und auch erst nach dem Abschluss ihrer Karriere die Prämien ausbezahlt bekommen. Ein 24. Platz ist zwar schön, aber was wirklich zählt, sind Medaillen, am besten die vergoldete silberne. Nur so kann man sich wirklich "verkaufen", auch deshalb hat Nicola falsch entschieden.
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    3. Antwort von jean passant, thun
      Spirig hat ja schon eine Olympia-Gold und musste ihren Marktwert in Zürich nicht erhöhen. Der Zehner des Triathlons und ein 10'000 Rennen auf der Bahn sind nicht zu vergleichen. Spirig hat Erfahrung mit langen, harten Wettkämpfen und es hätte ja mit einer Mannschaftsmedaille aufgehen können. Ich finde das Abschneiden der Schweizerinnen absolut zufriedenstellend und bin gespannt, ob Spirig das Projekt Marathon weiterverfolgt.
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @Jean Passant: Ihre Worte stimmen zwar, aber es gilt auch hier, dass zwei Medaillen und am besten zwei goldlegierte silberne immer noch mehr zählen als ein Olympiasieg allein. Dass sogar ein Olympiasieg mit der Zeit vergessen gehen kann, zeigt Brigitte McMahon. Wer redet heute noch von ihr - oder auch vom Fechter Fischer oder von den Ruderern? Was zählt, ist die Gegenwart, und als Sportler will ich doch dort zu gewinnen versuchen, wo es für mich am leichtesten ist - nicht wahr?
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Leider hat sich bestätigt, was ich befürchtet und hier schon vor ein paar Wochen geschrieben habe: Nicola Spirig hat auf das falsche Pferd gesetzt, aber immerhin ist sie die zweitbeste Schweizerin geworden. Bei einer Konzentration von Anfang an auf die 10'000 Meter, die auch die Laufstrecke beim Triathlon ist, hätte sie die viel besseren Chancen gehabt, ja, sie hätte sogar gewinnen können. Sie hat zwar ihre Show bekommen, aber rein sportlich gesehen hat sie eine Riesenchance verpasst.
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  • Kommentar von Rainer Meier, Zürich
    Zuerst das Positive : eine Super-Leistung von allen Athletinnen ! Egal ob Erste oder Letzte ! Gratulation ! Note 6 ! Der Kommentar bei SRF war gut ! Kompetent und ausgewogen, fachlich, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut. Note : 5-6 ! Negativ : Die Regie und Kamera-Führung ! Also Nei !!! Das ist für einen solchen Anlass schlicht und einfach ungenügend ! Note : 2 ! Ihr könnt das besser - ich weiss es !
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    1. Antwort von Heinz Hugentobler, Ins
      bin absolut einverstanden mit der Notengebung. Wollten die Kameraleute der TdF nacheifern? Dort wohl werden Aufnahmen mit interessanten geografischen und historischen Fakten sehr gut präsentiert, allerdings nicht auf dem CH-Sender, sondern bei Eurosport. Zu Bildführung: waren andernorts auch so viele Bildstörungen zu verzeichnen? deshalb wohl immer wieder Ausblendungen auf die Stadt Zürich.
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